Keine 24 Stunden nachdem Alexander Brüderle zum neuen Vizezunftmeister der Villinger Narrozunft gewählt wurde, lieferte er sich in gewohnter Manier mit Zunftmeister Anselm Säger das erste Wortduell. Beim Schmücken des Narrobrunnens, mit dem der Beginn der Fasnetsaison am 6. Januar eingeläutet wurde, waren altbekannte Worte des Duos zu hören, die jahrelang als Hannes und der Bürgermeister auf der Tonhallenbühne für Laune gesorgt haben. "Vor 66 Jahren fand das erste Brunnenschmücken statt. Oh 66, Schnapszahl. Wie isch's, solle mer einer trinke"? fragt der eine. "Ich hör mich nicht nein sagen", antwortet der andere. Und schon wurde der Flachmann angesetzt.

Rund 2000 Menschen verfolgten das Schmücken des Narrobrunnens. Dabei gab es eine Änderung der Zeremonie. Da die neue, 1,10 Meter hohe Brunnenfigur aus Bronze mit 100 Kilo ein wahrer Kraftakt wäre, um sie jedes Jahr neu auf den Sockel zu wuchten, und Bronze zudem allwettertauglich ist, beschloss die Zunft, die Brunnenfigur ganzjährig an seinem Platz zu lassen und sie lediglich mit einem neuen Kranz zu schmücken. Doch was war das? An dem mit blauen und weißen Bändern geschmückten Kranz waren auch ein gutes Dutzend kleiner, roter Weihnachtsbaumkugeln befestigt. "Weil doch Fasnacht in diesem Jahr so früh ist", wie Säger argumentierte. Was Brüderle natürlich nicht so stehen lassen konnte. "Die Fasnet kann so früh sein, wie sie will, der Abstand zwischen Weihnachten und Dreikönig ist immer gleich."

Oberbürgermeister Rupert Kubon sah in den Weihnachtsbaumkugeln die kurze Verbindung zu den Rollen der Narros und wünschte einen fließenden Übergang von der Weihnachts- in die Fasnetszeit. Anschließend stimmten die Zuschauer in die Wueschtsprüche von Wueschtvatter Roland Weißer ein und sangen  gemeinsam den Narronmarsch und Schunkellied, melodiös dargeboten von der Stadt- und Bürgerwehrmusik.

Rückblick: Video und Bildergalerie vom Fasnetauftakt der Villinger Narrozunft 2017