Vor allem Mitglieder der Schattengeister selbst und deren Unterstützer melden sich dort zu Wort. Frank Weber, der offenbar selbst als Schattengeist aktiv ist, schreibt: „Wir dürfen nicht laufen. Bitte gerne. Dann laufen wir halt da wo sie uns wollen und nicht immer ihren Brauchtum in den Vordergrund stellen.“ Es gebe genug Veranstaltungen, zu denen die Schattengeister eingeladen werden.

Judith Boschulte sieht das ähnlich: „Zum Glück sehen das nicht alle so verdammt eng.“ Neues sei nicht immer gleich schlecht. „Hinter den Schemen steckt jede Menge Überlegung und Arbeit. Wir sind eine tolle Truppe mit viel Zusammenhalt“, schreibt sie. Unterstützung bekommen die beiden Vereinsmitglieder von Nutzern, die die Schattengeister toll finden.

Corinna Reich kommentiert zum Beispiel: „Ihr habt ein super Häs! Ich wäre dafür, dass ihr mitlauft.“ Auch Anja Daumann würde es begrüßen, einmal neue Gruppen zu sehen. Sie sagt, dass zu viele Narros mitlaufen und der Umzug dadurch langweilig wird. Einen mutigen Schritt sieht Sabine Sahli in der Entscheidung, die Schattengeister auszuschließen. „Es hat mit traditioneller Fasnacht einfach nichts zu tun“.

Auch Tina Grano sieht es positiv: „Danke für diese Entscheidung.“ Sie ist dagegen, Brauchtum zu revolutionieren. Den Fasnetgoascht würden sie und ihre Kinder sich ganz anders vorstellen. Schattengeister würden zwar gut aussehen. „Aber bitte nicht in unserem Städtle am Fasnetdienstag“, fügt sie hinzu. Gabi Faller antwortet ihr mit der Frage: „Wie sieht deiner Meinung der Fasnetgoascht denn aus?“

Tobias Zschocke versteht einerseits die Zuggesellschaft. Aber zwei Stunden lang nur Narros und eine Stunde Hexen lang nur anzuschauen, sei für ihn auch nicht der Hit. Auch die Begründung für den Ausschluss, dass dieser Brauch aus dem Alpenraum kommt, versteht Zschocke nicht. "Woher stammen denn die Garden, Prinz Karneval, die Mottowägen der Katzen", fragt er. Köln liege nicht im Schwarzwald, antwortet er selbst. Karola Amrein fordert mehr Gerechtigkeit: "Dann dürften auch keine Hexen laufen." Die hätten mit Brauchtum auch nichts zu tun.

Ein etwas anderes Meinungsbild zeichnet sich bei einer Internet-Abstimmung unter SÜDKURIER-Lesern ab. Wir haben gefragt, was sie vom Ausschluss der Schattengeister halten. Das Ergebnis ist eindeutig. Über 60 Prozent (Stand am Dienstagnachmittag) der Leser begrüßen die Entscheidung der Zuggesellschaft. Rund 34 Prozent würden die Schattengeister gerne beim Umzug sehen. Rund 1000 Nutzer haben bereits abgestimmt.

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