Die Neckarhalle wird in den höchsten Tönen gelobt, alle sind durchweg von dem neuen Schmuckstück begeistert. Die Halle hat nun auch mit Bravour die Feuerprobe bestanden – nämlich das Häsabstauben der Narrenzunft Schwenningen, die erste große, nicht städtische Veranstaltung.

In Schwenningen wird der Staub aus dem Häs geschüttelt
In Schwenningen wird der Staub aus dem Häs geschüttelt | Bild: Naiemi, Sabine

Besonders durch die hohen Seitenfenster ist alles schön hell, die Halle bietet für rund 50 Personen mehr Platz als das Beethoven-Haus, es war für 532 Personen an den Tischen gestuhlt (alles an Plätzen voll ausgeschöpft) und man kam sehr bequem zwischen den Tischreihen hindurch.

Häsabstauben in der Neckarhalle in VS-Schwenningen
Häsabstauben in der Neckarhalle in VS-Schwenningen | Bild: Naiemi, Sabine

Wohlwollend wurde vermerkt, dass Technik und Mikrofone einwandfrei funktionieren. Auch die Akustik ist hervorragend. So kam die beigesteuerte Musik des Musikvereins Harmonie und der neue Gruß des Fanfarenzuges hervorragend zur Geltung.

Fanfarenzug Schwenningen
Fanfarenzug Schwenningen | Bild: Naiemi, Sabine

Man merke allein schon am Geruch der Toiletten, dass man nicht mehr im Beethoven-Haus sei, scherzte Zunftmeister Lutz Melzer, der "im Jahr der Kommunalwahl" launig eine stattliche Anzahl Gemeinderäte begrüßte. Mit allgemeinem Gelächter wurde die Bemerkung quittiert, dass alle zur Halle laufen könnten.

Lutz Melzer
Lutz Melzer | Bild: Naiemi, Sabine

"Ich finde die Diskussion um die Parkplätze etwas überzogen", sagt Lutz Melzer auf Nachfrage. Es stehen 140 Parkplätze zur Verfügung. "Wenn man sich mal die Parkplatzsituation an der Neuen Tonhalle anschaut, oder bei den Donauhallen, ist das auch nicht viel anders als hier", erklärt er seinen Standpunkt weiter. Das Parkhaus der Tonhalle habe zwar mehr Parkplätze aber rund die Hälfte davon seien fest vermietet.

Das einzige Manko ist, dass aus Kostengründen der Vorhang für die Bühne nicht automatisch gesteuert werden kann, sondern von Hand bedient werden muss. So gab die Narrenzunft eine Stellenanzeige auf: Kurbler gesucht. Der war in Person des neuen Oberbürgermeisters schnell gefunden. Er hat zwar einen schwarzen Fleck in seiner Vita – er ist Villinger und den Eignungstest (Bilder raten) bestand er nur knapp, aber das Kurbeln hatte er sofort im Griff. Hernach versprach Jürgen Roth in seiner Ansprache, gemeinsam mit den Vereinsverantwortlichen Lösungen für die schwierigen Auflagen erarbeiten zu wollen.

OB Jürgen Roth und Zunftmeister Lutz Melzer
OB Jürgen Roth und Zunftmeister Lutz Melzer | Bild: Naiemi, Sabine

Von der ersten Sekunde an, war der närrische Schlagabtausch in vollem Gange. Erst bekamen Zunftmeister Anselm Säger von der Narrozunft Villingen und sein Vize Alexander Brüderle als Dank von Zunftmeister Lutz Melzer für die gelungene Technikprobe bei der OB-Verabschiedung "das kleine Mikrofonkabel am Band", später mussten die zwei Villinger als "Putzesel" den Bühnenboden vom alten Fasnetsstaub befreien.

Anselm Säger
Anselm Säger | Bild: Naiemi, Sabine

Denn es kam die Schwenninger Narren sehr hart an, dass nicht sie die Ersten waren, die die Neckarhalle einweihten, sondern die Stadt. Das könne man ja noch hinnehmen, meinte das Abstauber-Duo Bärbel Noel und Jörg Schlenker. Aber dass ausgerechnet Villinger Narren zuerst auf der Bühne standen, das sei eine Schande.

Die Abordnung der Villinger Narrozunft, links Zunftmeister Anselm Säger, rechts Vizezunftmeister Alexander Brüderle
Die Abordnung der Villinger Narrozunft, links Zunftmeister Anselm Säger, rechts Vizezunftmeister Alexander Brüderle | Bild: Naiemi, Sabine

117 Narren wurden geehrt, 136 Beiträge für das Abstauben seien eingegangen, erklärte Jörg Schlenker, die natürlich nicht alle zur Sprache kamen.