Beim Schemeobed der Arbeitsgemeinschaft Villinger Fasnet erinnerte Karl Hoch an ein Kapitel, das eines der dunkelsten in der Historie der Villinger Fasnet hätte werden können. Vor 25 Jahren, 1991, sollte die Fasnet wegen des Golfkrieges ausfallen. Nachdem schon der Mainzer Karneval abgesagt worden war, zogen irgendwann auch die Verantwortlichen der schwäbisch-alemannischen Fasnacht auf großen Druck der Öffentlichkeit die Reißleine.

„Viele Honoratioren haben dafür gesorgt, dass schon vier Wochen vorher Aschermittwoch war“, bilanzierte Hoch. Dass die Honoratioren die Rechnung dabei ohne einige Villinger Narren machten, ließ er in seinem Rückblick noch einmal aufleben. Schon 1990 fiel die Fasnet teilweise aus. Damals fegte Sturm Vivien ganz unnärrisch über das Land. Noch ein Jahr ohne Fasnet, das wäre für die Villinger Narren offenbar nicht zu ertragen gewesen. Und so schlüpften einige später als Blockadebrecher bezeichnete Unermüdliche ins Narro-, Morbilli- und Stachihäs und gingen auf die Gass.

„Am Schmotzigen noch unsichtbar, am Fasnetsamschtig etwas versteckt“, so Hoch. Aber am Sonntag wurden es immer mehr und am Montag auch. Zunächst habe zwar die Polizei noch versucht, die ungenehmigte Demonstration aufzulösen. Mit welcher Ernsthaftigkeit, das war allerdings die Frage. „Die Narros haben den Beamten zu verstehen gegeben, dass die das lieber bleiben lassen sollen. Das haben sie dann auch gemacht und sich auf die Verkehrsführung konzentriert“, bilanzierte Hoch aus seinen Unterlagen.

Und so wurde gestrählt, was das Zeug hielt, es wurden Malzer verteilt und die Maschgere liefen. Selbst das Fernsehen berichtete anschließend über die Villinger Fasnet, die trotz Absage stattfand. Immerhin säumten am Montag rund 3500 Zuschauer die Umzugstrecke. „Und so ist die Fasnet 1991 in Villingen geworden wie jede andere auch. Nur vielleicht noch etwas schöner für diejenigen, die mitgemacht haben“, zollte Karl Hoch am Ende seinen Respekt für die unerschrockenen Fasnetmacher von Villingen.