Am Schluss, do kummet die ... Beschte: Beim Katzenmusikball gilt das auch 2019. Der Auftritt des Top-Barden-Trios der Villinger Fasnet tauchte den Ballabend in glückselige Fasnetstimmung. Alle feierten die Gassenhauer für ihren fast 20-minütigen Auftritt.

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Drei Stunden Programm waren am Freitag dominiert von den vielen Kinder- und Jugendgruppen, die, prächtig gekleidet und stimmig choreografiert, über die Bühne wirbelten. Die jüngste Teilnehmerin des Kinderballetts war erst drei Jahre alt – tanzte aber ebenso unerschrocken mit wie die bis zu Elfjährigen in der Kinder-Gruppe. Angela Kornhaas und Janine Günter hatten den Auftritt vorbereitet – über viele Monate hinweg, wie bei allen anderen Beiträgen des Abends auch. Julia Mayer und Rainer Wagner führten durch das Programm.

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Bei den Sprechnummern standen immer wieder Rupert Kubon und Jürgen Roth im Mittelpunkt. Der bisherige und der neue Oberbürgermeister waren das Thema des Abends, man könnte auch sagen: Der rot(h)e Faden. Klar war aber: Nachdem die Katzenmusik mit dem zugesicherten Vereinshaus an der Kanzleigasse eine Abfuhr vom Alt-Ob erhalten hatte, arbeitete sich der Verein an Kubon ab – ein Großkopferter im Fokus, das ist auch Fasnet.

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Die Jugendkapelle der Stadtharmonie setzte auch dieses Jahr ihre Auftritte bei den Katzen fort, zweigeteilt war ihr Beitrag. Beim letzten Ball war der Kater mit OB Kubon noch in den Turm eingesperrt worden. Die Fortsetzung 2019 begann damit, dass der Kater entnervt Reißaus nahm: „Ich ertrag den Kerle nimme.“ Der Rolli flüchtet auf die Alm, wo es keine Politiker und keine Sünde gibt – das Motto des Abends, das viele mit Oktoberfest-ähnlichen Gewändern umsetzten, wurde so aufgenommen.

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Oben auf dem Berg liest dem Kater ein Almöhi aus einer Zeitung die neuesten VS-Stadtnachrichten vor: Eine Romanze des Narrovaters und der 50. Geburtstag der Hexen wurden dabei thematisiert. Und: Der Almöhi gab dem Rathaus unter Beifall des Publikums Saures: „Eure Stadtverwaltung isch so abartig absurd.“ Schlaglöcher und Baustellen seien ja „mittlerweile kalter Kaffee“, aber eine Hauptverkehrsader „ein Jahr zumache, aufreisse und anschließend isch die Stroß´ schlechter als vorher – so en Bledsinn muess mor erscht mol druf habe,“ monierte die Öhi in Anspielung auf die Richthofenstraße. Der Kater ergänzte: „Ich halt den Schwachsinn in dere Stadt nimme uus.“

Beim Après-Ski lernen Kater, Hexe und Öhi den Schwenninger Bär, den Moosmulle und zwei Glonkis kennen. Nach ein paar Tanzeinlagen krittelt der Öhi weiter: „Apropos OB, der verspricht Euch Katzen erst jahrelang ein Haus an der Kanzleigasse, und dann sagt er plötzlich: Nix gibt`s.“ Der Kater ergänzt wieder: „Ja spinnt denn der? Da fällt mir ja die Eule vom Schwanz. So eine Unverschämtheit trau ich nit mol dem zu.“ Glonkis, Bär, Moosmulle beklagen weiter die Zustände: „Müsst ihr weiter in der feuchten Halle residieren, alles verrottet. Der Kater: „Des isch doch des Letschte, was der OB mit uns macht.“ Ein Jodelwettbewerb der VS-Zunftmeister (Gewinner: Der ziemlich jodelig auftretende Rietbürgermeister Peter Haas) und eine Fensterln-Nummer sowie weitere Tänze folgten. Nicolas Mayer vom Vorstand der Katzen wollte in der Folge seinen Sohn in Richtung des anderen Geschlechts bewegen. Weil der Sohn nicht auf die Leiter steigen wollte, geriet der Junge beim Vater unter Verdacht. Alles löste sich schlussendlich in Wohlgefallen aus, als der Nachwuchs doch Ambitionen in Richtung einer Dame erkennen ließ.

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Teil zwei des Jugendkapellen-Auftritts nahm zunächst die Wandbemalung der Zehntscheuer hoch. Benno Kilzer freute sich als bucklige Altvillingerin, dass man hier einen stattlichen Narrovater für 1000 Euro kaufen konnte.

Plötzlich kommt der neue OB auf den Berg. Niklas Klein parodiert Jürgen Roth gestenreich, stemmt die Hände in die Hüften wie das Original, das Jackett ist zur Seite gewurstelt. Und immer wieder die erhobenen Hände zum Gruße, wie der echte neue OB halt. Nun erfährt der Kater, dass er die OB-Wahlen verpennt hat und dass es einen neuen Rathauschef gibt. Der OB-Spott geht weiter, jetzt ist nicht mehr Rupert Kubon dran, sondern Jürgen Roth: Worthülsen werden aneinandergereiht. Die Hexe klärt den Kater auf: „Stell Dir vor, alle Schwenninger haben Roth gewählt, obwohl der von der CDU sei. Und der Bär erklärt das Wahlergebnis so: „Scho mei Mame hätt gseit, z`Schwenninge wählt mor traditionell rot.“

Zum guten Ende ist der neue OB für den Kater so verlockend, dass er wieder in die Stadt zurückkehrt, aus der er vor dem alten Schultes geflüchtet war. Glonki, Bär, Kater und Hexe versichern sich gegenseitig: „Ab jetzt trinken wir nur noch rote Schorle.“ Nicht genug des Farbenspiels mit Worten: Als Schlussszene wird das von Karin Gambin gemalte Bild der Watzmanngruppe in gleißendem Rot(h) angestrahlt.

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Die Doppelzentner, das Damenballett, Girlyballett, die Muskelkatergruppe umrahmten tänzerisch die Sprechnummern. Eine Persiflage auf eine Yoga-Runde der Altvillingerinnen Margot Schaumann und Kiri Lauterbach folgte, hier wurde unter anderem Thomas Moser veräppelt.

Dann die Gassenhauer: Andreas Duffner, Dominik Schaaf und Thomas Streit überspielten vorangegangene Längen im Programm im Sturm. Was für ein Klamauk: Als Gebirgsschützen gingen sie in Position, die Flinte im Anschlag, Andy Duffner mit Gitarre. Er hatte so viele Fuchsschwänze am Gurt hängen, dass im Publikum die Frage diskutiert wurde, welche Narros heuer wohl oben ohne zur Fasnet gehen müssten. Vier neue Lieder schmetterten sie ins Publikum. Höhepunkt für viele waren zwei Abschiedssongs für den Alt-OB. „Was wäre, wenn der Röber Kubon wäre“, malten sie sich in einem Lied aus – und verzierten diesen Gedanken mit weiteren Wortspielen und weiteren OB-Kandidaten. Dann wurde alles Vorangegangene getoppt: Bella ciao – neu vertont von den Gassenhauern mit der Refrainzeile: „Kubon ciao, ciao, ciao.“ Viele sangen mit, manche saßen wie versteinert da, die Rathaus-Chefs Roth und Bührer grinsten und klatschten sehr diensteifrig mit. Beide Verwaltungsbosse waren übrigens im Stachihemd zum Katerabend gekommen. Auf der Alm, do gibt´s koa Sünd? Doch: Die beiden Motto-Crasher sind eine Steilvorlage für den nächsten Fasnet-Witz. Miau.