„Sie haben gewonnen!“ Wer freut sich nicht, das zu hören. Wer aber eine solche Nachricht bekommt, sei es telefonisch, per E-Mail oder auch per Post, sollte misstrauisch, zumindest aber sehr vorsichtig sein. Denn dabei handelt es sich sehr oft um einen Betrugsversuch.

Ziel sind die Bankdaten

„Vor rund zwei Wochen habe ich etwa um 20 Uhr eine Handy-Benachrichtigung mit den Worten ‚Herzlichen Glückwunsch, Sie haben 500 Euro bei der Aldi-Verlosung gewonnen‘ erhalten“, erinnert sich die Villingerin Elisabeth Kirchwehm. Die 77-jährige Gerichtsdolmetscherin war zunächst sehr verwundert, schließlich konnte sie sich nicht daran erinnern, bei einem Gewinnspiel mitgemacht zu haben. „In der Nachricht stand außerdem, ich solle mich melden und direkt meine Bankdaten übermitteln.“ Kirchwehm vermutete eine Betrugsmasche, wollte aber dennoch auf Nummer sicher gehen. Als sie am Tag darauf direkt bei Aldi nachfragte, bestätigten die Angestellten ihren Verdacht: Das Ganze war eine Betrugsmasche.

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Häufig melden sich die Betrüger laut Polizei per Telefon oder per E-Mail bei ihren Opfern und behaupten, diese hätten bei einem Gewinnspiel eine hohe Summe, einen hochwertigen Pkw oder anderen Sachwert gewonnen. Allerdings könne der Gewinn nur nach Zahlung einer sogenannten Bearbeitungsgebühr übergeben werden. Das Versprechen angeblicher Gewinne ist eine Betrugsmasche, die mittlerweile in den unterschiedlichsten Varianten kursiert.

Täter üben oft massiven Druck aus

„Die Täter geben klare Zahlungsanweisungen: Sie schicken ihre Opfer beispielsweise zur Post, um die angeblichen Kosten – häufig eine Summe von mehreren hundert bis über tausend Euro – zu überweisen, zum Beispiel per Bargeldtransfer“, heißt es in einer Information der Polizeilichen Kriminalprävention. „Ist der Angerufene kritisch und nicht so leicht zu überzeugen, üben die Täter massiv Druck aus und drohen nicht selten mit ‚Konsequenzen‘ wie zum Beispiel einer Strafanzeige, wenn das Opfer nicht zahlen will. Zahlt das Opfer dagegen, melden sich die Täter immer wieder erneut, um unter verschiedenen Vorwänden weiter Geld zu fordern. Den versprochenen Gewinn allerdings bekommen die Opfer nie zu Gesicht.“

Ältere Leute im Visier

„Die Täter suchen sich meist bewusst ältere Leute aus. Gerade Menschen mit älter klingenden Namen werden deshalb bevorzugt ausgewählt“, sagt Kluge. „Es handelt sich dabei hauptsächlich um Auslandsstraftaten mittels Telefonnummer-Verschleierung. Das bedeutet, dass zwar aus dem Ausland angerufen oder geschrieben wird, dem Opfer allerdings eine deutsche Telefonnummer angezeigt wird. Dabei kann eine x-beliebige Nummer angezeigt werden, zum Beispiel die 110.“

Auf keinen Fall Daten weitergeben

Doch wie reagiert ein Opfer einer solchen Betrugsmasche richtig? „Wird man angerufen, sollte das Gespräch sofort beendet und dann direkt die Polizei darüber informiert werden. Auf keinen Fall sollte man persönliche Daten wie Bankinformationen weitergeben oder in irgendeiner Weise Zugriff auf den eigenen PC zulassen“, so Kluge. Telefonisch sollten nach niemals Zusagen jeglicher Art gemacht werden. Außerdem solle man den Anrufer nach Namen, Adresse und der Art des Gewinnspiels fragen, um sicherzugehen, ob es sich wirklich um einen Betrug handelt. Auf der Website www.polizei-beratung.de gibt es neben den verschiedenen Betrugsmaschen weitere Tipps für Betrugsopfer.

Das sagt Aldi

Aldi-Süd äußert sich in einer Stellungnahme zu dem Vorgang: „Das von Ihnen genannte Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit uns. Aldi-Süd verschickt keine Gewinnbenachrichtigungen an Handys. Sobald wir Kenntnis von solchen Fake-Gewinnspielen erlangen, gehen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten dagegen vor.“