Die Vesperkirche meldet sich zurück, und das mitten im Sommer: Am Samstag und Sonntag, 25. und 26. Juni, wird im Gründer- und Kreativzentrum „Die Halle“ an der Lichtensteinstraße wieder gemeinsam gegessen.

Vespertaschen statt Vesperkirche

„Wegen Corona mussten wir die Vesperkirche wegen Corona nun zwei Jahre in Folge absagen“, sagt Reinhold Hummel, der von Anfang an bei der Vesperkirche engagiert war und bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2020 mehr als 30 Jahre lang in der Beratungsstelle der Diakonie in Schwenningen tätig war. „Das hat uns alle sehr belastet.“ Im Februar wurde die Aktion in diesem Jahr schweren Herzens abgesagt. Stattdessen gab es die Aktion Vespertaschen für bedürftige Menschen – doch das natürlich ohne direkte Begegnung.

Zwei Tage sommerliche Vesperkirche

Mit einem Zwischenruf aus der Corona-Zwangspause wollen sich die Vesperkirchen-Akteure nun wieder in Erinnerung rufen und zeigen, dass es sie noch gibt. Das Angebot von Hallen-Eigentümer Hans-Walter Haller, auf seinem Gelände aktiv zu werden, kam da gerade richtig.

Nicht in der Pauluskirche, sondern im heutigen Gründer- und Kreativzentrum an der Lichtensteinstraße, findet die Sommerausgabe der Vesperkirche statt. Zwei Tage statt vier Wochen – doch das Organisationsteam hofft auch, dass im kommenden Jahr wieder eine reguläre Vesperkirche veranstaltet werden kann.

Zwischen Containern und Kunst findet am 25. und 26. Juni ein sommerliches Gastspiel der Vesperkirche statt. Das Bild zeigt von links ...
Zwischen Containern und Kunst findet am 25. und 26. Juni ein sommerliches Gastspiel der Vesperkirche statt. Das Bild zeigt von links Dirk Werner vom Gründer- und Kreativzentrum „Die Halle“, Reinhold Hummel, Hans-Ulrich Hofmann und Rolf Klaiber vom Organisationsteam. | Bild: Göbel, Nathalie

Die Aktion findet an beiden Tagen ab 11 Uhr statt, nach dem Mittagessen gibt es wie immer Kaffee und Kuchen, das Essen kocht das Franziskusheim.

Aus Klassik wird Jazz

Am Sonntag wird außerdem der Gottesdienst in die Halle verlegt, abends gibt es ein Konzert. Hier hat Rolf Klaiber, der ansonsten für die Kleinkunstreihe im Café Häring verantwortlich zeichnet, die Band „Tubong!“ engagiert. „Bei der Vesperkirche gab es sonst j auch immer Abendveranstaltungen“, sagt er.

Konzert im Außenbereich

Durch Corona seien viele der Gruppen Ihr Ausgangsmaterial, Klassik von Barock bis Moderne, interpretieren die vier Multiinstrumentalisten als jazzige und rhythmisch ansteckende Versionen. Durch das Programm führt der Schwenninger Musiker und Kleinkunstpreisträger Karl Koch, der bei „Tubong!“ am Schlagzeug sitzt. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Das Konzert findet im Außenbereich der Halle statt – bei kühlem Wetter sollte daher eine Jacke mitgebracht werden.

Helfer dringend gesucht

An einem fehlt es allerdings: „Wir brauchen noch ehrenamtliche Helfer“, sagt Hans-Ulrich Hofmann, Pastor im Ruhestand und langjähriger Mitorganisator der Vesperkirche. 300 Menschen, die bisher immer geholfen hatten, habe man angeschrieben. Der Rücklauf war ernüchternd: Gerade einmal 20 Personen hätten sich gemeldet. „30 bis 40 Helfer bräuchten wir auf jeden Fall noch“, sagt Hofmann. Auch Kuchenspenden würden benötigt. Wer für die Vesperkirche backen möchte, beim Auf- und Abbau und beim Bewirten der Besucher helfen möchte, kann sich unter 07720/6098910 melden.

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In der Vorbereitungsgruppe sei man angesichts der vielen Absagen der bisherigen Helfer schon etwas nervös geworden, sagt Hofmann. 2023 soll die Vesperkirche – wenn es die Pandemie denn zulässt – wieder wie gewohnt stattfinden. „Wir hoffen, dass das auch wieder funktioniert.“