Joachim Spitz, Stiftungsratsvorsitzender der ProKids-Stiftung, ist überwältigt. In den vergangenen beiden Wochen hat die Stiftung nach eigenen Angaben zahlreiche Spendeneingänge verzeichnen können, nachdem in den Monaten zuvor die Spenden stark eingebrochen waren.

Markanter Einbruch bei Geldzuflüssen

Dieser markante Spendeneinbruch sei für ProKids problematisch gewesen. Denn aufgrund der Corona-Lage sei es auch der doppelstädtischen ProKids-VS-Stiftung, die sich für das Wohlergehen von Kindern vorzugsweise aus armen Familien einsetze, nicht möglich gewesen, durch Benefizaktionen ihre Kassen zu füllen.

Vielfältige Aufgaben zu erfüllen

Damit habe die übliche Finanzierung gefehlt, die die Stiftung brauche, um wie bisher ihre vielfältigen Aufgaben zu erfüllen, heißt es weiter in der Mitteilung: „ProKids bedeutet, dass wir in allen Bereichen, wo es notwendig ist, für Kinder und junge Leute eintreten, die Probleme haben oder benachteiligt sind.“

Dafür setze sich der Schwenninger Unternehmer, Inhaber der Spitzdruck GmbH, mit großem persönlichem Engagement ein. Vor mehr als zehn Jahren habe er eine erfolgreiche Initiative in eine private Stiftung überführt, um zunächst Kindern aus armen Familien ein warmes Schulessen zu finanzieren. Inzwischen sei die Stiftung in vielen Bereichen aktiv.

Das könnte Sie auch interessieren

Und so könne es auch im kommenden Jahr bleiben, nachdem im Dezember zahlreiche Menschen an ProKids gedacht hätten. „Wir haben weit über 100 Spenden erhalten. Unter den Spendern waren sowohl Privatleute als auch Firmen“, freute sich demnach Joachim Spitz. Mit einer so großer Spendenbereitschaft habe er nicht gerechnet in der Corona-Zeit. „Es ist ganz toll“, sagt Spitz, „wie großzügig sich die Leute gezeigt haben. Selbst in einer Phase, die alles andere als leicht ist, vergessen sie die gute Sache nicht. Dafür sind wir und die Kinder, die von unserer Arbeit profitieren, sehr dankbar.“

Spielerfamilien helfen mit

Einen von vielen Belegen dafür hätten die Spielerfamilien des Schwenninger Eishockeyclubs Wild Wings geliefert. Obwohl die Profis massive Gehaltskürzungen hätten hinnehmen müssen, hätten auch sie Geld für ProKids VS gesammelt.

Geld für gesunde Kinder-Ernährung

Die Stiftung werde die Spendengelder vor allem für die Finanzierung des warmen Schulessens einsetzen, teilte Joachim Spitz mit. Darüber hinaus finanziere sie schon seit nunmehr vier Jahren die gesunde Ernährung der Kinder am Deutenberg-Schulverbund – hier komme ProKids für zusätzliches Obst und Gemüse auf. „Diese gesunde Ernährung ist für viele Kinder sehr wichtig“, wird ProKids-Schirmherr Thorsten Frei, CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises, zitiert. „Viele Schüler haben das von zu Hause nicht in ausreichendem Maße. Deshalb ist es sehr gut, dass ProKids hier eintritt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Basisarbeit kostet auch Geld

Fixkosten verursache auch das zentrale Modul der Stiftungsarbeit, der ProKids-Treff im Schwenninger Jugendhaus Spektrum, getragen von engagierten Ehrenamtlichen, ebenso wie die Hausaufgabenbetreuung, die dort stattfinde. Hier würden immer wieder Schulsachen und Lernmaterialien benötigt. Das alles sei Basisarbeit. Armut, Arbeitslosigkeit, zerbrechende familiäre Netzwerke – solche Gründe führten dazu, dass Eltern und Alleinerziehende gerne auf die hier angebotenen Hilfsangebote zugriffen, zum Beispiel auf die Vermittlung von Kinderbekleidung von Spielzeug, auf ein niederschwelliges Beratungsangebot und Hilfe in Notlagen.

Nach der Pandemie werden Folgen spürbar sein

Joachim Spitz sei sich der Bedeutung dieser Angebote auch im neuen Jahr bewusst. Auch dann, wenn die Corona-Pandemie einmal bezwungen sein werde, würden zahlreiche Kinder auf Hilfe in der Schule angewiesen sein, denn nicht überall klappe das Homeschooling. „Die Pandemie wird in dieser Hinsicht noch sehr lange nachwirken. Denn viele Kinder aus armen Familien haben daheim nicht die Voraussetzungen, um den Online-Unterricht zu verfolgen – sie drohen abgehängt zu werden“, sage Spitz.

Blick geht nach vorne

Gerade habe der Stiftungschef das große Projekt seiner Stiftung, die Weihnachtswunschaktion, abgewickelt. Dabei hätten Firmenpartner und Privatpersonen Geschenk-Patenschaften übernommen. „Jetzt richten wir den Blick nach vorne. Dank unserer Spender können wir auch im neuen Jahr wieder sehr viel Gutes tun. Es wird nötig sein….“