Villingen-Schwenningen – Wer derzeit durch die Innenstädte schlendert, der trifft trotz Sonnenschein nur auf wenige Menschen. Die, die unterwegs sind, halten meist Abstand zueinander.

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Maskenpflicht: Manche tragen freiwillig Atemschutzmasken, um sich und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Doch eine Maskenpflicht, wie kürzlich die Stadt Jena auf den Weg gebracht hat, wird es in der Doppelstadt vorerst nicht geben. Dies gab nun Oxana Brunner, Sprecherin der Stadtverwaltung, bekannt. Man halte sich an die Empfehlungen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der sich gegen eine Tragepflicht im Land ausgesprochen hatte. Anders in der Nachbarstadt Tuttlingen: Dort ruft Oberbürgermeister Michael Beck zum Tragen solcher Masken auf. Diesem Beispiel werde VS-OB Jürgen Roth nach aktuellem Stand jedoch nicht folgen, so Brunner.

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Kontrollen: „Wir werden die Kontrollen zur Einhaltung der Maßnahmen gegen Corona fortsetzen“, kündigt Brunner an. Ihre Zwischenbilanz fällt positiv aus. Zwar komme es nach wie vor zu Verstößen, doch die Anzahl würde sinken. Die Zusammenarbeit mit einer Sicherheitsfirma, die den städtischen Ordnungsdienst mit zusätzlich 24 Mitarbeitern unterstützt, funktioniere sehr gut. Auch Hinweise aus der Bevölkerung würden immer wieder eingehen. Bei Kontrollen sei zum Beispiel ein Friseur erwischt worden, der Kunden zuhause besuchte, ein Nagelstudio hatte trotz Verbot geöffnet und mancherorts hatten Geschäfte noch keine Abstandsmarkierungen angebracht, so Brunner. Insgesamt verzeichnet die Verwaltung etwas mehr Verstöße in Villingen als in Schwenningen. Das Gruppierungsverbot werde am häufigsten von jungen Menschen missachtet. Wer sich nicht an die Regeln hält, dem droht ein Bußgeld von 250 Euro. Wiederholungstäter müssen gar 500 Euro bezahlen.

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Handeln für VS: Nur wenige Geschäfte haben noch geöffnet. Einige Gastronomen bieten einen Mitnahme- und Lieferservice an. In den meisten Schaufenstern sind jedoch die Lichter aus, Plakate weisen auf die Schließung hin, und darauf, wie man dort weiterhin Kontakt aufnehmen und Einkaufen kann. Viele Händler haben sich zudem der neuen Internetseite www.handeln-fuer-vs.de angeschlossen. Ziel ist es, lokale Geschäfte und Kunden während der Corona-Krise zu unterstützen (wir berichteten).

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Seit dem Start am 20. März haben dort 360 Firmen ihr Angebot sowie Kontaktmöglichkeiten hinterlegt. „Die Seite wurde bereits über 10 000 Mal abgerufen“, verrät Brunner. Das ist eine stolze Zahl, die angesichts der Krise hoffen lässt. Nicht so gut sei die Telefon-Hotline angenommen worden. Nur 30 bis 40 Anrufer gab es bislang. Zwei städtische Mitarbeiter vermitteln unter der Nummer 07721/827070 passende Kontaktdaten zu Geschäften für Personen, die kein Internet haben. Aufgrund der geringen Resonanz werde das Angebot zwar aufrecht erhalten, doch die Mitarbeiter werden Anrufe künftig während ihrer eigentlichen Tätigkeiten annehmen.

Plakate wie dieses im City‘s, hängen in vielen Schaufenstern der Stadt.
Plakate wie dieses im City‘s, hängen in vielen Schaufenstern der Stadt. | Bild: Hahne, Jochen

Nachbarschaftshilfe: Die Hilfsbereitschaft in der Doppelstadt ist groß. Vor zwei Wochen hatte die Verwaltung eine eigene Nachbarschaftshilfe ins Leben gerufen. Mittlerweile hätten sich dort 70 Personen gemeldet, die helfen möchten, berichtet Brunner. Dagegen seien nur neun Hilferufe eingegangen. „In allen Fällen konnten wir erfolgreich vermitteln“, freut sich die Brunner. Hilfesuchende können sich weiterhin gerne melden.

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