Schon früh hatte sich herauskristallisiert, dass sich mit Rücksicht auf eine sonst erhöhte Ansteckungsgefahr auch und gerade diese Art der Versammlung verbietet und bereits Anfang Dezember stellten die evangelischen Gemeinden, die sonst einladen gemeinsam an einem Tisch zu sitzen und zu essen, die Vorbereitungen ein. Ein Corona bedingtes Begegnungsverbot dieser Art wurde für den Jahresbeginn 2021 wahrscheinlicher und die Vesperkirche 2021 musste abgesagt werden.

Viele freiwillige Helfer stehen an jedem Samstag bereit um die Vespertaschen zu packen.
Viele freiwillige Helfer stehen an jedem Samstag bereit um die Vespertaschen zu packen. | Bild: Rüdiger Fein

Als kleiner Ersatz wurde jetzt das Angebot der Vesperkirche Plus erweitert und an vier Samstagen im Januar und Februar wurden an Bedürftige Familien und Einzelpersonen prall gefüllte Vespertaschen verteilt. Diese Aktion endete zwar am vergangenen Samstag, aber die Vesperkirche Plus, die 2014 ins Leben gerufen wurde und die es sich zur Aufgabe gemacht hat, das ganze Jahr über jeweils am letzten Samstag eines jeden Monats sogenannte Vespertüten zu verteilen, wird weitergeführt.

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Und was sonst als Ergänzung zur Vesperkirche gedacht war, muss heute als Ersatz herhalten. Ein Team von 40 Mitarbeitern ist jetzt damit beschäftigt montags die Empfänger der Vespertüten anzurufen und den Bedarf abzufragen. „Wir wollen dadurch raus aus der Anonymität und einen menschlichen Kontakt herstellen“, erklärt Pfarrer Hans-Ulrich Hofmann von der Schwenninger Friedenskirche.

Taschen sind jetzt wiederverwertbar

Weitere Mitarbeiter bestellen dann die benötigten Lebensmittel und am Samstag in der Frühe werden diese abgeholt und von den Packern in Vespertaschen verpackt. Anschließend werden Fahrer tätig um die Taschen zu verteilen. Vespertaschen aus Stoff statt der vormals genutzten Einkaufstüten eines großen Discounters gibt es jetzt. Eine Schneiderei in Schwenningen hatte sich bereiterklärt, diese stabilen und vor allem waschbaren und damit mehrfach verwendbaren Vespertaschen zu nähen und zu spenden. 207 solcher Taschen hat der Schneider bereits hergestellt 300 weitere sind in Arbeit. Gewaschen werden die Taschen nach Gebrauch von einer Wäscherei. Finanziert wird die Aktion aus Spenden und aus den Rücklagen der Vesperkirche der vergangenen Jahre. Eine große Hilfe ist nach wie vor auch die Getränkespende einer Firma aus Bad Dürrheim.

Grundnahrungsmittel und geistiger Impuls

„Bei der Zusammensetzung des Inhalts orientieren wir uns am Bedarf der Menschen“, erklärt Pfarrer Hofmann. Es sollen neben Obst und Gemüse immer auch Grundnahrungsmittel wie Maultaschen, Nudeln und Brot dabei sein, aber auch mal etwas Süßes oder ein Joghurt. Außerdem gebe es einen geistigen Impuls in Form eines Briefes als Nahrung für die Seele, so Hofmann.

Hoffen auf 2022

Am Sonntag endete die Aktion mit einem Gottesdienst. Die Helfer hoffen jetzt, dass die Vesperkirche in der Pauluskirche im kommenden Jahr wieder zu einem Ort der Begegnung werden und das von vielen Künstlern getragene Kulturprogramm zu neuem Leben erweckt werden kann.