Was viele orakelt haben, könnte nun näher rücken: Der Schwenninger Schulverbund Deutenberg soll in einer Sparvariante von nur noch geschätzten fünf Millionen Euro saniert werden. Das geht aus einer gemeinsamen Vorlage des Amts für Gebäudewirtschaft und Hochbau sowie des Amts für Jugend, Bildung, Integration und Sport hervor. Erstmals beraten wird das Papier am 1. Dezember ab 17.30 im Technischen Ausschuss. Er tagt öffentlich in der Neuen Tonhalle.

Von Abriss keine Rede mehr

Ursprünglich war von einer Generalsanierung oder gar einem Abriss oder Teilabriss die Rede gewesen. Damit wären die finanzielle Dimensionen am Schulverbund in einer ähnlichen Größenordnung angesiedelt wie die Sanierung des Gymnasiums am Deutenberg: um die 30 Millionen Euro. Angesichts der klammen Kassen macht die Stadtverwaltung nun einen Rückzieher. Das Schulgebäude soll im laufenden Betrieb und nur bei Bedarf mit Teilauslagerungen schrittweise zu einem modernen Schulstandort entwickelt werden. Im Zentrum steht dabei zunächst die Erneuerung des Brandschutzes. Ein Funk-Brandschutzwarnanlage soll für 200 000 Euro noch dieses Jahr beschafft und möglicherweise in den Weihnachtsferien eingebaut werden, heißt es in der Vorlage. Erneuert werden sollen außerdem die Toiletten, Teppiche sowie Sonnenschutzanlagen.

Ohne Ganztagesbetreuung?

Am Schulverbund werden rund 630 Real- und 400 Werkrealschüler unterrichtet. Es wird zu entscheiden sein, ob der Ganztagesbetrieb an der Werkrealschule fortgesetzt wird. Von den knapp 400 Schülern nehmen etwas über die Hälfte das Ganztagesangebot wahr. Die acht Räume, die derzeit der Ganztagesbetreuung dienen, könnten stattdessen für den Unterricht und auch für eine Interimsauslagerung genutzt werden, wie es in der Vorlage an die Stadträte weiter heißt. Ziel sei es, den Schulbetrieb mit begrenzten Maßnahmen für mindestens zehn bis 15 Jahren im bestehenden Gebäude sicherzustellen.

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Doch reicht das aus, damit die Stadtpolitik ihre in der Vergangenheit gegebenen Versprechen an Schule und Eltern einlöst? Nein, der Vorschlag sei eine Katastrophe, sagt Tino Berthold auf Anfrage. Berthold ist zwar Vorsitzender des Gesamtelternbeirats (GEB) der Schulen. Da aber der GEB zum Sanierungsvorschlag noch keine Position formuliert hat, spricht er als früherer Elternbeirat am Schulverbund. Die fünf Millionen seien „rausgeschmissenes Geld“, denn wenn in einigen Jahren die Klassenzimmer erneuert und Wände versetzt werden, müssten die Handwerker wieder an den Brandschutz heran. Er zählt auf, was am Schulverbund zudem gemacht werden muss: die Fenster, das Dach, ein Amoksystem oder die Digitalisierung. Davon sei jetzt keine Rede mehr. Er kritisiert, dass die Stadtverwaltung bereits das frühere Kasernengelände Oberer Brühl teuer gekauft hat, bevor klar ist, wie sie sich eine Sanierung des Schwenninger Schulverbunds am Deutenberg vorstellt.

Die kaputten Böden sollen erneuert werden. Bild: Kevin Rodgers
Die kaputten Böden sollen erneuert werden. Bild: Kevin Rodgers | Bild: Rodgers, Kevin

Mit Spannung dürfte erwartet werden, wie die Reaktion der Stadträte auf den neuen Vorschlag ausfällt. In der Vergangenheit machten bereits einige klar, dass sie da möglicherweise nicht bereit sind mitzugehen, vor allem weil bei der Sanierung des angrenzenden Gymnasiums und auch anderer Bildungsstätten keine Wünsche offen geblieben waren.