„Schon seit ich denken kann, hat mich die Schauspielerei fasziniert“, sagt Faruk Daglar. In einem Film und einer Serie hat der Schwenninger bereits mitgespielt. Im Film „Alte Bande“ stand er für eine kleine Rolle neben Mario Adorf vor der Kamera, in der Serie Breaking Even, die die kommenden Wochen auf ZDF Neo ausgestrahlt wird, ist er als Handwerker zu sehen. Doch das allein reicht ihm nicht. Denn er will mit der Schauspielerei so richtig durchstarten.

Zuvor vor allem in der Fitness-Szene aktiv

Bekannt ist der 32-Jährige in der Region vor allem durch die Fitnessszene, wo er an Bodybuilding-Wettkämpfen teilnahm. Doch diese Zeit, die für ihn nicht immer leicht war, liegt inzwischen hinter ihm. Für die Zukunft hat er sich neue Ziele gesetzt. Und diese liegen vor allem darin, mit der Schauspielerei erfolgreich zu sein. Aufgrund der Corona-Krise laufe es momentan etwas schleppend. Dennoch lasse er es sich nicht nehmen, immer wieder auf Castings zu gehen. Zuletzt war er auf einem für einen Till-Schweiger-Film. Ob er die Rolle bekommen wird, das weiß er allerdings noch nicht.

Bekannt ist Faruk Daglar auch durch Bodybuilding-Wettkämpfe, an denen er früher teilnahm.
Bekannt ist Faruk Daglar auch durch Bodybuilding-Wettkämpfe, an denen er früher teilnahm. | Bild: Faruk Daglar

Schauspielerei gelernt hat der 32-Jährige nicht. Doch er sagt: „Schon in der Jugend war ich eine Rampensau.“ Im Rampenlicht zu stehen, sei schon immer sein Ding gewesen. 2017 oder 2018, so genau weiß er das nicht mehr, habe er sich dann „aus Spaß“ bei einer Schauspielagentur in Köln beworben. Warum so spät? „Davor habe ich mich nie getraut“, sagt Daglar. Doch es lohnte sich, denn wenig später ergatterte er eine Rolle im Film „Alte Bande“.

Daglar stand schon neben Mario Adorf vor der Kamera

„Es war schon cool neben so einer TV-Größe wie Mario Adorf vor der Kamera zu stehen und von ihm Tipps zu bekommen“, erinnert er sich. Obwohl das Daglars erste TV-Erfahrung war, stand er damals nicht das erste Mal vor der Kamera. „Ich habe schon für verschiedene Fitnessketten für Werbevideos vor der Kamera gestanden“, erzählt er. Doch obwohl er sich selbst gerne als Rampensau bezeichnet, sei der erste Dreh holprig gewesen: „Ich war damals so aufgeregt wegen der Kameras. Ich habe mich bewegt wie ein Roboter.“

Bei den Dreharbeiten zur Serie „Breaking Even“ in der Maske. Die Dreharbeiten fanden noch vor der Corona-Krise statt.
Bei den Dreharbeiten zur Serie „Breaking Even“ in der Maske. Die Dreharbeiten fanden noch vor der Corona-Krise statt. | Bild: Faruk Daglar

Mittlerweile sei diese Aufregung aber verflogen. „Das ist inzwischen wie Fahrrad fahren“, findet er. Dennoch sei die Schauspielerei eine Herausforderung. Daglar sagt: „Für eine Szene von etwa 30 Sekunden bis zu zwei Minuten wurde 50-70 Mal gedreht und immer wieder musste ich denselben Satz sagen. Ich musste ihn aber immer anders betonen oder einen anderen Gesichtsausdruck machen.“

Andere seien davon genervt gewesen, er selbst nehme das allerdings als Reiz, seine Schauspielerei zu verbessern. Er sagt: „Mit jedem Dreh werde ich ein bisschen reifer.“

Bild: Faruk Daglar

Am meisten fasziniert ihn an der Schauspielerei, dass er dabei dem tristen Alltag entfliehen kann. Gerade in der Corona-Krise sei das für ihn besonders wichtig. Außerdem genieße er es, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. „Man kann jemanden spielen, der man sonst niemals sein könnte“, so der 32-Jährige. Gerne würde er einmal einen Bösewicht, etwa in einem Krimi, spielen. „Das wäre mal was anderes“, findet er.

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Doch nicht nur das macht für ihn das Schauspielen so interessant. „Während der Dreharbeiten fühle ich mich befreit. Für einen Moment kann ich alles andere vergessen“, so Daglar.

Kurz vor dem Burnout ändert Daglar sein Leben

So gefühlt habe er sich eine lange Zeit nicht. Denn viele Jahre lang habe er nur gearbeitet. 80- bis 90-Stunden-Wochen seien keine Seltenheit gewesen. Familie und Freunde habe er vernachlässigt, gibt er zu. Bis er kurz vor dem Burnout stand. Dann, irgendwann, habe er gemerkt, dass es so nicht weiter gehen kann. Er krempelte sein Leben komplett um, nahm sich Ziele vor. Und versuchte es mit der Schauspielerei.

Bild: Faruk Daglar

Derzeit kann Daglar noch nicht von seinen Schauspieljobs leben. Deswegen hat er einen einfachen Bürojob im Oberzentrum und arbeitet nebenher als Personal Trainer. „Der Bürojob passt aber eigentlich nicht zu mir“, gibt Daglar zu. Deswegen will er diesen aufgeben, sobald er als Schauspieler genug Geld verdient.

Dass er für diesen Traum immer wieder vom Schwarzwald nach Köln pendeln muss, wo die meisten Drehs und Castings stattfinden, nimmt er gerne in Kauf. Auch einen temporären Umzug in die Großstadt hält er für möglich. Villingen-Schwenningen ganz den Rücken zu kehren, das hält er aber nicht für denkbar. „Hier sind viel zu viele Menschen, die ich lieb habe“, sagt er. Dabei ist er in Berlin geboren und aufgewachsen. Doch seine Mutter ist Schwenningerin. In Daglars Jugend kehrte sie mit ihrer Familie in den Schwarzwald zurück. Hier hat auch Daglar inzwischen seine Heimat gefunden.

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