Die Wälder leiden in ganz Mitteleuropa seit zwei Jahren unter großer Hitze, Trockenheit und dem Borkenkäfer. Auch die Wälder in Villingen-Schwenningen sind stark in Mitleidenschaft gezogen. Die derzeit anhaltenden warmen Temperaturen und geringe Niederschläge schwächen die Bäume zusätzlich und begünstigen den Käferbefall.

Trocken-warme Witterung fatal

„Bleibt die Witterung in den nächsten Wochen weiterhin trocken-warm, wird 2020 für die Waldbesitzer und Forstleute das dritte Krisenjahr in Folge“, bescheinigt Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. „Gerade da die Borkenkäfer in großer Zahl aus dem letzten Jahr überwintern, ist die Gefahr besonders groß“, gibt der stellvertretende Forstamtsleiter Roland Brauner zu bedenken.

Regelmäßige Kontrollen unverzichtbar

Deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle der Fichtenbestände, die auch im Stadtgebiet Villingen-Schwenningen in großer Zahl vorhanden sind, bis in den September unbedingt notwendig. Befallene Bäume müssen dann so schnell wie möglich gefällt und aus dem Wald geschafft werden.

„Nur so kann ein größerer Käferschaden in den Wäldern verhindert werden“, erklärt der Leiter des Forstamtes, Tobias Kühn. Zusätzlich würden langanhaltender Regen und kühlere Temperaturen helfen, die Vitalität der Bäume zu stärken.

Mammutaufgabe für Forstleute

Bis dahin lagert das städtische Forstamt große Mengen an Holz in Nasslagern, bis sich Käufer finden – eine Mammutaufgabe für die Revierleiter, Forstwirte und Forstunternehmer, die derzeit im Stadtwald tätig sind. In begrenztem Umfang werde auch ein Insektizid verwendet, „aber nur wenn es keine andere Möglichkeit gibt, gesunden Wald vor Befall zu schützen“, so Kühn weiter.

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So sieht ein Borkenkäferbefall aus

Ein Borkenkäferbefall lässt sich bereits im Anfangsstadium durch braunes Bohrmehl an Rinde und Bodenvegetation oder Harztropfen erkennen. In späteren Stadien setzt dann eine Rötung von Nadeln und der Baumkrone ein und die Nadeln fallen ab. Unter der Rinde lassen sich die charakteristischen Gänge des Borkenkäfers erkennen.

Fallen für den Käfer

Deshalb wird in nächster Zeit begonnen, Flächen abzulaufen und Bäume zu kontrollieren. Zusätzlich werden im Stadtwald VS Fallen aufgestellt, die eine Hochrechnung der sich im Wald aufhaltenden Käferpopulationen ermöglichen und dem Monitoring dienen.

Stürme und Corona als Belastungsfaktoren

Die großen Stürme Sabine und Bianca hätten schon gereicht, um die Holzmärkte zu belasten, berichtet Roland Brauner, der seit Februar vor allem damit beschäftigt ist, Kunden für das VS-Holz zu finden und den Arbeitseinsatz der Aufarbeitung zu koordinieren. Hinzu kommt die Situation mit Corona, wodurch die Absatzmärkte wegen geschlossener Grenzen und dadurch fehlender Abnehmer im Ausland nochmals verringert wurden.

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Befallene Bäume sofort entfernen

Auch befallene, noch stehende Bäume müssen sofort geschlagen und aus dem Wald transportiert werden, solange die Borkenkäfer noch nicht ausgeflogen sind. Der Leiter des Forstamtes, Tobias Kühn, macht klar: Wer nicht rechtzeitig befallene Bäume aus seinem Wald entferne, bekomme „Post vom Amt“ mit dem Hinweis, zügig tätig zu werden oder aber zu riskieren, dass die Forstbehörde auf Kosten des Waldeigentümers tätig werde.

Maßnahmenpaket des Landes

Das Land unterstützt die Waldbesitzer mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket in Höhe von rund 29 Millionen Euro für die Aufarbeitung des Holzes, für die Nass- oder Trockenlagerung sowie bei der Wiederbestockung der Sturmflächen. Außerdem wurde der bereits geltende Einschlagsstopp im Staatswald für frisches gesundes Holz weiter verlängert, um die Märkte zu entlasten.

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