Alles läuft weiter wie bisher bei den Stadtwerken. Dass Strom und Gas extremen Teuerungs-Schüben unterliegen, spürt jeder Verbraucher. Das Geschäft von Stadtwerken allgemein gilt schon mindestens seit dem Sommer als deutlich risikoreicher wie früher. Das wirkt sich nun aus.

Wichtiger Spielraum auf dem Konto

Eine Bank habe den Stadtwerken eine bislang eingeräumte Kreditlinie nicht mehr verlängert. Offenbar handelt es sich dabei um ein Konto für Zahlungsverkehr. Die Rede ist von Kontokorrentlinie. Dabei handelt es sich normalerweise um einen Überziehungsrahmen auf Girokonten.

Die Stadtwerke rechnen aber für die Zeit bis April mit sich zuspitzenden Situationen. Es könne zu Zahlungsausfällen von Stadtwerke-Kunden kommen und anderen Szenarien, heißt es weiter in einem Info-Papier für Stadträte.

Die Stadt VS habe derzeit 70 Millionen Euro an liquiden Mitteln auf kurzfristig belastbaren Konten verfügbar, wird in den Unterlagen zur nächsten Sitzung des Verwaltungs- und Kulturausschusses geschildert. Vier Millionen davon will die Verwaltung nun für die Stadtwerke als Kreditrahmen reservieren, um für die herausfordernde Zeit während der Heizperiode gerüstet zu sein.

Besonderer Schritt soll nicht die Regel werden

Der Vorgang soll einmalig bleiben und die Verhältnisse für die Stadtwerke einfach absichern helfen. Bei Inanspruchnahme des Kreditrahmens sollen 3,3 Prozent Zinsen fällig werden, heißt es weiter. Die Stadt Vs will den kurzfristigen Kreditrahmen an ihr Tochterunternehmen ohne weitere Besicherung erteilen, heißt es. Ausschuss und Gemeinderat sollen dazu nun entschieden. Wird Zustimmung erteilt, kann die Stadt Kreditgeber für die Stadtwerke werden.

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Seit Ende der Sommerferien sind die Stadtwerke mit der Krisenlage erkennbar konfrontiert. Unsicherheiten mit den Gaspreis-Sicherhungen durch die Bundesregierung sind dabei ein Faktor.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich aktuell offen für einen grundsätzlichen Preisdeckel auf Gas gezeigt. „Eine solche Obergrenze für die Gaspreise muss so gestaltet sein, dass die Versorgungssicherheit gewährleistet ist“, sagte sie am Mittwoch im Europaparlament. Eine solcher Markteingriff müsse es eine vorübergehende Maßnahme sein, „bis wir einen neuen EU-Preisindex entwickelt haben, der ein besseres Funktionieren des Marktes gewährleistet“.

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