Was kann sich VS noch leisten? Das Theater sanieren für 14,7 Millionen Euro? Oder einen neuen Verwaltungsbau im Oberen Brühl umsetzen für 40,5 Millionen Euro? 155 Millionen Euro umfasst die Liste für 26 große VS-Projekte, die nun Hochbauamtsleiter Dieter Kleinhans vorlegt. 27 Millionen Euro davon sind nicht finanziert. Nach der Sommerpause muss der Gemeinderat entscheiden: Was hat Priorität.

Der Stadt-Parlament hat im Frühjahr eine Prioritätenliste eingefordert. Diese liegt nun vor. Alle Hochbau-Vorhaben mit einem Volumen von über einer Million Euro sind darin enthalten. Aus der Übersicht geht hervor: Günstiger wird nichts.

In diese beiden Gebäude auf dem Kasernenareal sollten große Teile der Stadtverwaltung VS einziehen, vor allem das und das Archiv. Hier ...
In diese beiden Gebäude auf dem Kasernenareal sollten große Teile der Stadtverwaltung VS einziehen, vor allem das und das Archiv. Hier eine Präsentation aus dem November 2017. | Bild: Andreas Flöß

Das Bauvorhaben, das die Verwaltung ganz oben platziert, ist das neue Verwaltungsgebäude im Oberen Brühl. Dieter Kleinhans zum Stand: „2023 können wir ausschreiben und im selben Jahr auch schon mit Arbeiten wie Rückbau und anderem beginnen.“

Kleinhans leitet den städtischen Hochbau und zeigt sich ehrlich. Jedes Projekt ist auch mit einer Kosten-Prognose versehen: „Es ist bei unseren Einschätzungen auch Kaffeesatz-Leserei dabei, vieles ist derzeit kaum kalkulierbar“, sagt er angesichts der Lieferschwierigkeiten, Verzögerungen und auch wegen der Inflation.

Auf Platz zwei der Prioritätenliste steht die neue Kindertagesstätte im Oberen Brühl: 5,3 Millionen soll sie kosten, das wäre 1,2 Millionen Euro über den Erwartungen.

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Auf Platz drei rangiert das VIAS-Vorhaben, ein Technologiezentrum, das zwischen V und S beim Mikroinstitut vorgesehen ist. 11,3 Millionen soll die Stadt hierfür aufwenden, 2,3 Millionen kommen vom Kreis. Das Forschungszentrum soll Zukunftstechnologien anwendungsorientiert weiterentwickeln, vom Labor in die Fabrik.

„Diese drei Vorhaben stehen bei uns in der Verwaltung ganz oben“, sagt Kleinhans. Ob das so bleibt, muss der Gemeinderat entscheiden. Aktuell hat die Wunschliste aller 26 Vorhaben mit einer Preissteigerung von 20 Prozent eine noch überschaubare Dimension.

Das Großprojekt Verwaltungs-Neubau auf dem alten Kasernenareal ist noch gar nicht ausgeschrieben. Wie wird dann die Rechnung aussehen? Kleinhans sagt dazu: „Natürlich sind wir angesichts der 26 Millionen Euro, die wir mit allen Vorhaben über den Erwartungen liegen, auch erschrocken.“

Am Schwenninger Schulverbund wird saniert – unser Bild stammt von Juni 2022. Lange erhofft, hat das Projekt ein Jahr Zeitverzug. ...
Am Schwenninger Schulverbund wird saniert – unser Bild stammt von Juni 2022. Lange erhofft, hat das Projekt ein Jahr Zeitverzug. Teurer wird es auch. | Bild: Hahne, Jochen

Der Chef des Hochbauamts sagt: „Ich bin Optimist.“ Der erfahrene Amtsleiter und Architekt erklärt weiter: In der Liste kommen nach den ersten drei Plätzen Kita- und Schulsanierungen und Brandschutz-Maßnahmen. Der dickste laufende Brocken ist die Sanierung des Schulverbunds am Deutenberg.

„Wir haben jetzt ein Jahr Zeitverzug“, sagt Kleinhans. Dass mit der Firma Waldmann ein Auftragnehmer gefunden wurde, der das Gewerk der Elektrik umsetzen wird, stimme ihn froh: „Die Firma kann das natürlich auch wirklich.“ Er deutet an, dass auch der Preis vergleichsweise moderat sei.

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15,3 Millionen kostet die Komplettsanierung insgesamt laut der neuen Prognose, gegenüber dem Haushaltsansatz von 12,7 Millionen ist die Schulsanierung also mit rund 2,7 Millionen Euro aktuell unterfinanziert. Auch für solche Frage wird der Gemeinderat entscheiden müssen: Woher soll dieses Geld genommen werden? Bald auf die Zielgerade biegt die Klosterringschule ein. 5,1 Millionen Euro sind vorgesehen, es wird aber 500.000 Euro teurer, bis 2024 der Umbau vollendet sein soll.

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Noch gar nicht am Start aber erst zuletzt beschlossen ist die Neunutzung der französischen Schule an den Erbsenlachen für die Volkshochschule. Statt 4,4 Millionen Euro wird es hier schlussendlich 2,2 Millionen Euro teurer werden. Macht 6,6 Millionen Euro. Basis hierfür ist eine Kostenberechnung, das heißt, die Kalkulation bewegt sich im eigentlich deutlich gesicherten Bereich gegenüber einer Kostenschätzung.

Eines der größten Vorhaben in der Liste ist das Theater am Ring. Nach einer provisorischen Dachsanierung ist hier alles offen. Fest steht nur: Wenn die Stadt hier saniert, dann muss das Haus stillgelegt werden. Theater und anderen auf der Großbaustelle sei nicht vereinbar, stellt Dieter Kleinhans klar fest.

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Statt der kolportierten 10 Millionen Euro wird das Vorhaben nun mittels der Prognose des Hochbauamts auf 14,7 Millionen Euro eingestuft – weitere Überraschungen bei den Ausschreibungen müssen erwartet werden. Kleinhans sagt, die angestrebte Generalsanierung könne in zwei Bereiche gesplittet werden.

Einmal für den Weiterbetrieb des Hauses und andererseits für die grundsätzliche Struktur. Fragen, wie etwa die Gestaltung des Foyers soll nun eine Machbarkeitsstudie erbringen. Bis 2026 sollte das dreijährige Sanierungs-Vorhaben laufen, Im Jahr 2023 sind bislang lediglich Planungskosten enthalten.

Offenbar ungefährdet. An der Schwenninger Bürkstraße will VS ein neues Museumsquartier schaffen. Das Vorhaben steht auf dem letzten ...
Offenbar ungefährdet. An der Schwenninger Bürkstraße will VS ein neues Museumsquartier schaffen. Das Vorhaben steht auf dem letzten Platz der Prioritätenliste – das hat seinen besonderen Grund. | Bild: Trippl, Norbert

Rang 26 und damit den letzten Platz inne hat die Schaffung des Museumsquartiers Bürk, Die Zusammenfassung des Uhrenindustriemuseums und der städtischen Galerie unter einem Dach muss aber dennoch nicht mit Rot-Alarm begleitet werden.

Bis auf Einrichtungskosten in Höhe von zwei Millionen Euro wird die Stadtkasse hier nicht belastet. „Das Projekt läuft“, sagt Dieter Kleinhans. Die Einstufung des Vorhabens ergebe sich aus dem Umstand, dass die Wohnungsbaugesellschaft Projekt und Umbau übernommen hat. Die Stadt werde wie geplant als Mieter in der Adresse auftreten, betont Kleinhans.

Weitere wichtige Vorhaben sind: Der Neubau einer Jugendverkehrsschule für 2 Millionen Euro liegt aktuell geschätzt 20 Prozent über den Erwartungen. Die Sanierung des Villinger Feuerwehrgerätehauses beläuft sich auf 4,2 Millionen Euro, die Schaffung eines Feuerwehr-Zentrums soll drei Millionen Euro kosten.