Villingen blüht auf – für Geschichtsinteressierte und Einkaufsbummler. Und zwar am Sonntag, 6. November. Dann widmet das Franziskanermuseum sein diesjähriges Museumsfest von 13 bis 18 Uhr unter dem Motto „Jetzt blüht uns was“ ganz der kulturhistorischen Bedeutung von Blumen und Pflanzen. Parallel veranstaltet der Villinger Handel einen verkaufsoffenen Sonntag.

„Wir haben das Motto mit einem Augenzwinkern formuliert“, sagt Museumsleiterin Anita Auer und nimmt der bedrohlichen Formulierung „Jetzt blüht uns was“ den Schrecken. Vielmehr soll die Bedeutung von Blumen und Pflanzen im Kontext kulturhistorischer Betrachtung in den Mittelpunkt gerückt werden.

Große Bedeutung von Blumen und Pflanzen

Vor allem im Mittelalter schrieb man allem, was blühte, große Bedeutung zu. Redewendungen wie „etwas durch die Blume sagen“, wenn man etwas nicht direkt und offen aussprechen will, stammen aus dieser Zeit. Und bis heute haben bestimmte Blumensorten eine gewisse Bedeutung. So steht die rote Rose für die große Liebe.

Was erwartet die Besucher beim Museumsfest genau? Das Fest ist grob in drei verschiedene Bereiche gegliedert. Es gibt Vorträge, Museumsführungen, bei denen näher auf die kulturgeschichtliche Bedeutung von Blumen und Pflanzen eingegangen wird. Und es gibt Mitmach- und Probieraktionen für Kinder und Erwachsene.

Das sind die Highlights des Museumsfestes

Auf dem Osianderplatz vor dem Museums wird ein Wagen mit einem Dutzend Kaleidoskopen im viktorianischen Stil stehen. Die Besucher können im wahrsten Sinne „in die Röhre gucken“ und sich von den bunten, sich im Spiegel immer wieder neu bildenden geometrischen Formen und Mustern bezaubern lassen.

Im Chorraum wird Patrick Mann aus Unterkirnach einen Kurzvortrag über „Cider – Most aus dem Schwarzwald“ halten. Am Nachmittag lädt Volker Kugel zu einem verbalen Rundgang durch das Gartenjahr ein. Kugel ist noch bis Ende des Jahres Direktor des „Blühenden Barock“ in Ludwigsburg und gilt als Gartenexperte im Ländle.

Kinder können bei der Kreativwerkstatt mit Monika Hils-Broghammer Schönes basteln. Und Erwachsene können sich von den kreativen Ideen von Janine Kettenbach anstecken lassen und in der Blumenwerkstatt eigene Kreationen zaubern.

Solche mit Blumenmotiven verzierten Gegenstände und viele Gegenstände mehr, auf denen Blumen eine Bedeutung haben, wird es beim ...
Solche mit Blumenmotiven verzierten Gegenstände und viele Gegenstände mehr, auf denen Blumen eine Bedeutung haben, wird es beim Museumsfest zu sehen geben. | Bild: Sprich, Roland

Die museale Aufarbeitung des Themas gibt es unter anderem bei einem Vortrag mit Peter Graßmann. Der wissenschaftliche Mitarbeiter im Franziskanermuseum spricht in „Koka, Kaffee und Kakteen“ über psychoaktive Pflanzen in der Kulturgeschichte. Anita Auer nimmt die Besucher mit auf Entdeckungen floraler Verzierungen in der Schwarzwaldsammlungen. Zudem gibt es Einblicke in florale Objekte aus dem Museumsdepot.

Und eine Bier-Verkostung gibt‘s auch

Zudem erfahren die Besucher auch, in welchem Zusammenhang Bier brauen mit der Floristik steht. Die Mikrobrauerei Kuckuck wird sich präsentieren und auch eine Verkostung anbieten.

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Die Gestaltung eines Museumsfestes in Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag funktioniert schon seit mehr als 20 Jahren hervorragend, wie Rainer Böck, Vorsitzender der Handelssparte des Gewerbeverbands Oberzentrum (GVO) betont. „Und nach zwei regnerischen Open-Air-Veranstaltungen in diesem Jahr freuen wir uns, dass das Museumsfest wetterunabhängig drinnen stattfindet.“

Dennoch hoffe er auf schönes Wetter „und dass viele Besucher zum Museumsfest kommen und in unsere Geschäfte zum Einkaufen.“