Für insgesamt 15,8 Millionen-Euro hat die Deutsche Bahn (DB) den Villinger Bahnhof modernisiert und barrierefrei ausgebaut. Baubeginn war im März 2020. Neben Bund und Bahn haben sich an den Kosten auch die Stadt Villingen-Schwenningen mit 1,2 Millionen Euro sowie das Land Baden-Württemberg mit einer halben Millionen Euro beteiligt.

Michael Groh
Michael Groh | Bild: Fröhlich, Jens

Michael Groh, Leiter des Regionalbereichs Südwest bei DB Station&Service, erklärte vor rund 30 geladenen Gästen, dass die gewaltige Summe ein gute Investition in die Zukunft sei, die sich lohne und Voraussetzung für die Mobilitätswende sei. Er freute sich, den neuen Bahnhof den rund 5000 Reisenden täglich offiziell übergeben zu können, verbunden mit der Bitte, sorgsam damit umzugehen, ohne Vandalismus.

Berthold Frieß
Berthold Frieß | Bild: Fröhlich, Jens

Diese Bitte wiederholte auch Berthold Frieß, Ministerialdirektor des Landes Baden-Württemberg, bei seiner Ansprache: „Bitte gehen Sie pfleglich damit um.“ Attraktive Bahnhöfe seien ein wichtiger Beitrag dafür, dass die Verkehrswende gelinge, ebenso wie ausreichend Züge und attraktive Konditionen. Der erste Eindruck sei wichtig, quasi als Visitenkarte einer Stadt, so Fries. Daher werde das Land Modernisierungen weiterhin unterstützen.

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Weitere Projekte sollen folgen

Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte, wie wichtig diese Modernisierung für die Stadt sei, quasi als Visitenkarte. Der Bahnhof Villingen sei auch ein wichtiger, zentraler Knotenpunkt für mehrere bedeutende Strecken. Nun sei der Bahnhof eines Oberzentrums würdig.

Oberbürgermeister Jürgen Roth fordert, nach dem barrierefreien Ausbau jetzt nicht nachzulassen und weitere Projekte anzugehen.
Oberbürgermeister Jürgen Roth fordert, nach dem barrierefreien Ausbau jetzt nicht nachzulassen und weitere Projekte anzugehen. | Bild: Fröhlich, Jens

Er ließ sich die Chance nicht entgehen, darauf hinzuweisen, dass es nun wichtig sei, sich nicht zurückzulehnen und nahtlos weitere Projekte voranzutreiben, wie etwa die Elektrifizierung der Strecke nach Rottweil, den Ausbau des Ringzuges, oder eine umstiegsfreie Anbindung beim Metropolexpress. In Richtung der Deutschen Bahn äußerte er den Wunsch, auch das Bahngebäude in naher Zukunft zu sanieren.

Bild: Fröhlich, Jens

Das ist neu

Neu sind die zwei Aufzugsanlagen, die es Fahrgästen ermöglichen, barrierefrei den Bahnsteig zu wechseln. Auch die Unterführung wurde modernisiert.

Zwei neue Aufzüge ermöglichen künftig den barrierefreien Zugang zu den Gleisen. Berthold Fries, Ministerialdirektor im Ministerium für Verkehr (von links), Michael Groh, Leiter Regionalbereich Südwest bei der DB Station&Service AG, und Oberbürgermeister Jürgen Roth machen eine Testfahrt.
Zwei neue Aufzüge ermöglichen künftig den barrierefreien Zugang zu den Gleisen. Berthold Fries, Ministerialdirektor im Ministerium für Verkehr (von links), Michael Groh, Leiter Regionalbereich Südwest bei der DB Station&Service AG, und Oberbürgermeister Jürgen Roth machen eine Testfahrt. | Bild: Fröhlich, Jens

Die Bahnsteige selbst wurden an die für Züge passende Höhe von 55 Zentimetern neu gebaut und mit einem Leitsystem für Menschen mit einer Sehbehinderung ausgestattet.

Dieses Leitsystem auf dem Boden ermöglicht nun auch blinden Menschen eine sichere Orientierung am Villinger Bahnhof.
Dieses Leitsystem auf dem Boden ermöglicht nun auch blinden Menschen eine sichere Orientierung am Villinger Bahnhof. | Bild: Fröhlich, Jens

Durch den Einbau von Automatiktüren in das Bahnhofsgebäude ist nun ein vollständig barrierefreies Reisen möglich.

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Für mehr Komfort soll eine neue Bahnsteigbeleuchtung sorgen. 200.000 Euro ließ sich die Bahn einen neuen Park&Ride-Parkplatz auf der südlichen Seite des Empfangsgebäudes kosten. Restarbeiten, zum Beispiel die Begrünung des Parkplatzes oder die Schließung von Lücken in der Bahnsteigkante für die provisorischen Gleisübergänge, sollen im Herbst erledigt werden.

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Zwischenfall überschattet Eröffnung

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