Der Bau eines neuen Brigachpegels auf Höhe der Bahnhofsbrücke in Villingen, der in Zukunft die Wassermenge in der Brigach genauer dokumentieren soll, entwickelt sich zusehends zu einem Ausdauerlauf im Wettstreit mit den Starkregenereignissen und Hochwasser. Vergangene Woche musste die Baustelle im Flussbett nun einen zweiten, herben Rückschlag einstecken.

Video: Fröhlich, Jens

Nachdem vor einigen Tagen bereits der erste provisorische Damm durch Hochwasser gebrochen war (wir berichteten), gab am 26. Juni zur Mittagszeit auch das zweite, noch einmal verstärkte Bauwerk im Flussbett den Wassermassen nach.

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„Innerhalb von 15 Minuten, zwischen 12.15 Uhr und 12.30 Uhr, stieg der Pegel von 35 Zentimetern auf 70 Zentimeter“, erzählt Benno Schulz vom Regierungspräsidium Freiburg, der das Bauprojekt leitet. Diesen Wassermassen hielt der Damm erneut nicht Stand und wurde im mittleren Bereich fortgespült.

In diesem Bereich kurz nach der Brücke flussabwärts soll ein neuer Pegel gebaut werden, um die Wassermenge genauer messen zu können, sowohl bei Hochwasser, aber vor allem auch in Trockenphasen mit geringem Durchfluss.

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„Solche Ereignisse sind nicht vorhersehbar und auch nicht beherrschbar“, ist sich Schulz sicher. Auch die Baufirma treffe keine Schuld. Ausgelegt seien solche Dämme immer auf die durchschnittlichen Wassermenge für eine Jahreszeit. Auch Überspülungen seien eingerechnet und würden solchen Dämmen nichts ausmachen, „wenn der Pegel langsam und moderat ansteigt.“ Ein solch schnelles Anschwellen der Pegel, wie zuletzt mehrfach gesehen, das habe es in den letzten 20 Jahren nur selten gegeben. „Das ist neu“, so Schulz.

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Für die Baustelle bedeutet die erneute Überschwemmung eine weitere Verzögerung. Ende der Woche könnte es womöglich wieder weitergehen, erst mit Reparaturen am Damm, dann mit dem eigentlichen Vorhaben.

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Außerdem habe man an jenem Montag Glück im Unglück gehabt. „Die Erdreichuntersuchungen waren abgeschlossen und der Beton war bereits bestellt“, erinnert sich Schulz. Dann stieg der Pegel nach einem heftigen, kurzen Gewitter und überspülte die Baustelle binnen Minuten. „Zum Glück war noch kein Beton in die Grube gefüllt worden“, so der Projektleiter.

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Nicht nur in der Brigach hatte der Platzregen mit kleinen Hagelkörnern Spuren hinterlassen. In der Innenstadt liefen die Bächle voll.

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