Der Brand im ehemaligen Weinhaus Schunk an der Ecke Berthold- und Warenburgstraße liegt nun über drei Jahre zurück. Das beschädigte Haus ist seitdem eingerüstet. Die Konsequenz: Der Weg für Fußgänger und Radfahrer ist dadurch stark verengt.

Jetzt ist der Radweg auf eine kurze Distanz zusätzlich gesperrt. Warum? Wir haben die Stadtverwaltung gefragt, was es damit auf sich hat und wie künftig mit der Gefahrenstelle an einer der verkehrsträchtigsten Straßen der Stadt umgegangen werden soll.

Reaktion auf enge Verhältnisse

So erläutert eine Verwaltungssprecherin, dass das Bürgeramt mit der Sperrung der Radwege am Brandhaus auf die tatsächlich vorhandenen örtlichen Verhältnisse reagiere. Konkret geht es um die Baustellensituation, die dort nicht zu beeinflussen sei.

Die ergänzend aufgebrachte gelbe Kreuzmarkierung soll dies zusätzlich verdeutlichen. Zusätzlich würden an den Querungsstellen in den Leuchtfeldern der Ampel die Radfahrersinnbilder noch entfernt.

Radler sollen schieben

Solange diese Situation an der Kreuzung bestehe, müssten Radler kurz vor Erreichen des Brandhauses vom Fahrrad absteigen und in der Bertholdstraße das Fahrrad entlang des Gerüsts auf einer Länge von etwa 15 Metern auf dem Gehweg schieben. Anschließend kann wieder auf dem ausgeschilderten Radweg getrennt vom Fahrzeugverkehr bis zur Einmündung der Schlachthausstraße weitergefahren werden.

Auch aus Richtung Warenburgstraße wird das Ende des Radwegs angezeigt.
Auch aus Richtung Warenburgstraße wird das Ende des Radwegs angezeigt. | Bild: Uwe Spille

Es gebe eine gültige Baugenehmigung für die Sanierung und den Umbau. Deshalb sei auch die Aufstellung des Gerüstes als Sondernutzung genehmigt, was bei einer gültigen Baugenehmigung auch nicht verwehrt werden könne.

Natürlich sei der Verwaltung die örtliche Situation präsent – aber ein Eingriff seitens der Kommune sei laut der Stellungnahme nicht so einfach oder kaum möglich: Hierfür liegen zum jetzigen Zeitpunkt keine Voraussetzungen vor.

So kommentiert das unser Mitarbeiter Uwe Spille.

Auch die Kommune könne nicht ins Eigentum eines anderen eingreifen und von sich aus beispielsweise das Gebäude sanieren. Die Gesetze und das Eigentumsrecht geben an dieser Stelle kaum oder keine Möglichkeiten, argumentiert die Verwaltungssprecherin. Die Verwaltung stehe jedoch zu diesem Thema in Kontakt mit dem Eigentümer.

„Nicht besonders günstig, aber für Radler zumutbar.“
Aus der Stellungnahme der Straßenverkehrsbehörde

Die Straßenverkehrsbehörde hält die Radwegesperrung ebenfalls nicht für besonders günstig, sie stelle jedoch die einzige sichere und den Radfahrern auch zumutbare Variante der Radverkehrsführung dar.

Es ist nun in diesem Bereich gefährlicher geworden. Radler weichen oft auf die Bertholdstraße aus, um nicht absteigen zu müssen.
Es ist nun in diesem Bereich gefährlicher geworden. Radler weichen oft auf die Bertholdstraße aus, um nicht absteigen zu müssen. | Bild: Spille, Uwe

Ein Schutzstreifen für Radler auf der Bertholdstraße könne nicht eingerichtet werden, denn bei der Bertholdstraße handele es sich um eine innerörtliche, zweispurige Hauptverkehrsstraße, die mit einer Verkehrsbelastung von 17.000 Autos am Tag stark belastet sei.

Bei Sperrung von Fahrspur lange Staus

Unmittelbar nach dem Brandereignis im September 2019 wurde in Höhe des Brandhauses eine Fahrspur gesperrt. Hierbei hatte sich allerdings gezeigt, dass der Verkehrsfluss deutlich behindert worden war, was zu täglich mehrfachen Rückstaus und damit verbundenen Gefahren führte. Zahlreiche Bürger sowie die Politik forderten daher seinerzeit ein Ende des Engpasses, heißt es weiter.

Wenn wieder eine Fahrspur gesperrt werden würde, würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit dieselben kritischen Auswirkungen auf den Verkehr wieder eintreten.

Das könnte Sie auch interessieren

Eine bloße Verengung der beiden Fahrstreifen ist wegen der vorhandenen Fahrbahnbreite und der in diesem Bereich vielfach verkehrenden, auch breiten Fahrzeuge sowie der notwendigen Abstände zum Radverkehr nicht möglich, heißt es abschließend.