Emsiges hämmern, schrauben und bohren dringt am Samstag aus dem Schuppen der Firma Garten Halter in VS-Rietheim. Dort sind die Europa-Minigärtner damit beschäftigt, Insektenhotels zu bauen. Unter Anleitung von Gartenbauchef Erwin Halter, seiner Tochter Luisa und der ehemaligen Auszubildenden Annika Hertz-Eichenrode entstehen aus einem großporigen Ziegelstein, selbst gesammelten Holzstücken, Moos, leeren Dosen und Stroh kleine Bauwerke, in denen Bienen, Wespen, Käfer und anderes Kleingetier einen geschützten Unterschlupf finden sollen.

Das Treffen bei der Firma Halter Gartenbau war gleichzeitig der Abschluss der zweijährigen Projektgruppe. 14 Jungen und Mädchen im Alter zwischen neun und elf Jahren haben in den vergangenen zwei Jahren einen Einblick in den Beruf des Gärtners bekommen und sich bei den monatlichen Treffen intensiv mit der Natur befasst. „Es war unglaublich toll mit erleben zu dürfen, wie die Kinder für die Natur sensibilisiert wurden und Wissen angereichert haben“, freut sich Birgit Halter, die die Teamleiterin der Gruppe war.

Noch etwas Stroh in das Hotelbett gestopft, damit es die Insekten auch schön warm und weich haben. Marla ist ganz bei der Sache.
Noch etwas Stroh in das Hotelbett gestopft, damit es die Insekten auch schön warm und weich haben. Marla ist ganz bei der Sache. | Bild: Sprich, Roland

Gemeinsam mit weiteren Partnern, darunter die Albert-Schweitzer-Schule, die Baumschule Ebert in Villingen-Schwenningen, sowie der Baumschule Häring aus Dürbheim lernten die Kinder unter anderem, wie man Gestecke für Ostern und Weihnachten herstellt und eine Kräuterschnecke im Garten anlegt und wie man Obstbäume bestimmt. Sogar ein eigenes Bienenvolk haben die Kinder gemeinsam mit der Imkerfamilie Scherzinger gegründet und die Ernte in Form von süßem, leckerem Honig in diesem Jahr geschleudert.

Selbst ist die Frau. Anna-Lena bohrt fachmännisch Löcher in das Dach ihres Insektenhotels. Annika Hertz-Eichenrode steht unterstützend zur Seite.
Selbst ist die Frau. Anna-Lena bohrt fachmännisch Löcher in das Dach ihres Insektenhotels. Annika Hertz-Eichenrode steht unterstützend zur Seite. | Bild: Sprich, Roland

Dass die Aktion durchaus eine nachhaltige Wirkung hat, erklärte Birgit Halter. „Eine der ehemaligen Minigärtner aus der ersten Gruppe war inzwischen sogar als Ferienjobberin bei uns.“

Wie Alexandra Melcher-Braun von den Europa-Minigärtnern sagte, ist die Gruppe aus Villingen-Schwenningen eine von derzeit rund 20 Minigärtner-Gruppen, die in Deutschland und ganz Europa aktiv sind. „Wir wollen die Kinder für den Gärtnereiberuf und die Natur begeistern“, so die Vertreterin, die eigens von der Insel Mainau angereist ist.

Den Kindern selbst haben die vergangenen zwei Jahre auch großen Spaß gemacht. „Man war viel draußen und hat unheimlich viel gelernt, etwa, wie Pflanzen und Blumen heißen“, zieht Luca sein persönliches Fazit, während er die letzten Handgriffe an sein Insektenhotel legt und dieses später stolz präsentiert.

Die Europa-Minigärtner sind auf Initiative von Bettina Gräfin Bernadotte von der Insel Mainau 2013 ins Leben gerufen worden. Am 24. Oktober reisen die Minigärtner aus dem Schwarzwald auf die Insel Mainau, um dort ein Abschlusszertifikat und ein Präsent in Empfang zu nehmen. Anschließend will Birgit Halter eine neue Gruppe von Europa-Minigärtnern gründen und das Projekt weiterführen.

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