Noch sieht es am Gelände des Villinger Klosterhofs trist aus. Nur das Gebäude des jugendkulturellen Zentrums steht. Doch in einigen Monaten sollen neue Einrichtungen hinzukommen: der Skaterpark, eine Basketballanlage und eine Kletterhalle. Dann entsteht an der Straße zwischen Villingen und Schwenningen ein großer Komplex für Jugend und Sport, wenn die bisherigen Planungen Realität werden. Wir loten aus, wie die Chancen derzeit stehen.

Die Skateranlage

Der Gemeinderat soll das Projekt bereits am 23. Januar ab 16 Uhr im Villinger Münsterzentrum auf den Weg bringen. Kostenpunkt: knapp 350 000 Euro. Die Jugendlichen sind von der Idee fasziniert und begeistert, der Jugendgemeinderat hat sich für das Projekt ausgesprochen. Die Planungen sind abgeschlossen. Wenn der Gemeinderat zustimmt, könnte bei „optimalem Bauverlauf“ der Park nach den Sommerferien 2019 fertiggestellt sein. Allerdings steht dann nur die pure Bahn ohne begleitende Infrastruktur, also ohne Flutlichtanlage und Toiletten. Die WCs könnten im angrenzenden jugendkulturellen Zentrum mitgenutzt werden, schlägt die Verwaltung vor. So einfach dürfte das aber nicht werden. „Wir brauchen bei den Skatern einen Ansprechpartner“, betont Gunnar Frey, der Vorsitzende des Jugendförderungswerk, das das jugendkulturelle Zentrum betreibt. Entweder die Skater gründen einen Verein oder sie benennen Jemanden, der den Schlüssel für die Schließanlage erhalte. Damit wird aber auch klar, dass die Skateranlage eines nicht ist: behütet. Die Jugendlichen müssen sich selbst organisieren, eine Aufsicht von Seiten des jugendkulturellen Zentrums ist nicht vorgesehen. „Das können wir gar nicht leisten“, betont Frey. Hauptsächlich am Donnerstag, Freitag und Samstag werde jemand da sein, der sich aber um die Belange der Jugendkultur kümmere. Etwas Anderes sei nie vorgesehen gewesen. Wer eine Aufsicht möchte, benötige eine zusätzliche Stelle. Vereinzelte Kritik gibt es auch an den Kosten des Parks, zum Beispiel geäußert von CDU-Stadtrat Friedrich Bettecken. Er appellierte an die Jugendlichen, mit Sponsoringaktionen zu helfen. Allerdings sei die Aufforderung im Gemeinderat als „Zwischenruf“ gewertet worden, der nicht in einem Antrag mündete. Er wurde daher von der Verwaltung nicht weiter verfolgt, sagte deren Sprecherin, Madlen Falke. Dennoch dürften die Chancen für den Skaterpark gut stehen.

Das Basketballfeld

60 000 Euro stehen im Haushalt. Die Planungen sollen dieses Jahr vorangetrieben werden, berichtete Falke. Ob der Bau umgesetzt werde, muss der Gemeinderat entscheiden. Möglicherweise kann das Feld auf einer Asphaltfläche des alten Familienparks umgesetzt werden. Auch dafür dürften die Chancen nicht schlecht stehen. Inzwischen fordern weitere Sportler Übungsmöglichkeiten: Straßenfußballer und Inline-Hockeyspieler. Ob auch dafür Platz auf dem Gelände ist, ist noch offen.

Die Kletterhalle

Seit rund zwei Jahren ist Investor Thomas Kohler an dem Projekt dran. Ende vergangenen Jahres rechnete er mit der Baugenehmigung, jetzt muss er den Bauantrag neu stellen. Hintergrund ist eine Vergrößerung des Kinderbereichs von 90 auf 160 Quadratmeter. Außerdem rückt der Kletterturm ganz an das Ende des Gebäudes. Der Unternehmer rechnet damit, dass er Ende Februar einen Bescheid von der Stadt erhält. Grundsätzlich könnte er im Frühjahr loslegen. Ursprünglich war die Fertigstellung des Kletterzentrums im Herbst geplant. An dieser Stelle soll eine Halle gebaut werden, um größtenteils das Bouldern, das Freiklettern ohne Sicherung, zu ermöglichen. Die jetzt schon auf dem Gelände aufgestellte Plakatwand, auf dem die Halle bereits jetzt visualisiert wird, sei aber nicht mehr aktuell, räumte Kohler ein.

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