Über das integrierte Stadtentwicklungskonzept (Isek), das rund 270 000 Euro kostete, durften die Gemeinderäte am Mittwoch zwar diskutieren, beschlossen haben sie es jedoch noch nicht. Wie sinnvoll so ein "Kursbuch" für die Zukunft, wie SPD-Sprecher Edgar Schurr die Konzeption nannte, überhaupt ist, darüber gingen die Meinungen weit auseinander. Das Isek sei ein Planungsmittel für die Stadtbauförderung und unabdingbar, um überhaupt an Fördermittel zu gelangen, stellte der Referent des Oberbürgermeisters, Jörg Röber, seinen Ausführungen voran. In dem Konzept werden 17 Zukunftsprojekte wie neue ÖPNV-Verbindungen (eine Seilbahn), neue Bauformen (mit Holz), Standortmarketing, Wohnraumentwicklung und vieles mehr zusammengefasst.

Allerdings sind die künftigen finanziellen Anforderungen nicht ohne, wie CDU-Fraktionssprecherin Renate Breuning deutlich machte. So werden für Folgestudien, weiter Planungen und Beratungen rund 3,1 Millionen Euro fällig. Und sie fragte gleich an, ob da dann das jetzt schon tätige Büro Urbanista wieder im Boot sei, ohne aber eine Antwort zu erhalten. Darüber hinaus müssten Sachkosten und Personal in sechsstelliger Höhe bezahlt werden. Alles solle bereits 2018/19 starten. Zudem müssten die Nachbargemeinden mitziehen. Es nütze nichts, wenn bei Gewerbeansiedlungen die Innenentwicklung anstelle der Ausweisung neuer Baugebiete wie ein Mantra favorisiert werde, wenn die umliegenden Orte nicht mitzögen. Auf solche Entwicklungen müsse die Stadt natürlich reagieren, antwortete Bau-Bürgermeister Detlev Bührer. Er verwies zudem darauf, dass die Gelder auf einen Zeitraum zwischen zehn und 15 Jahren verteilt seien, zum Teil würden sie als Planungskosten ohnehin notwendig.

Auch Klaus Martin (CDU) warnte, dass "wir uns verlupfen könnten, wenn alle Projekte gleichzeitig starten". Vor allem fehlt ihm das aus seiner Sicht "wichtigste": die Entwicklung des früheren Kasernengeländes Mangin als Wohngebiet und Verwaltungsstandort. Hier bündele die Stadtverwaltung für die nächsten Jahre ihre ganze Energie, stecke 40 bis 50 Millionen Euro hinein und dann fehle das Projekt. Stattdessen werde eine Seilbahn zwischen den großen Stadtbezirken vorgeschlagen, das ärgere ihm. Aus seiner Sicht sollten eine handvoll Projekte, die auch realisiert werden könnten, gebündelt werden. Ernst Reiser (Freie Wähler) verwies auf das geringe Interesse der Bürger: Es seien nur 300 Rückmeldungen gekommen, bei 60 000 Wahlberechtigten seien das gerade 0,5 Prozent, er könne daher die Euphorie nicht nachvollziehen.