Es ist keine gute Entscheidung, die der Gemeinderat in Sachen Stumpenkreuzung getroffen hat. Eine große Mehrheit hat die Sperrung des Gemeindeverbindungsweges nach Weilersbach abgelehnt, der Kreisel soll jetzt schnell her. Die CDU hat etwas gefrustet angesichts der Diskussion ihren sehr konstruktiven Antrag, die Straße bis zur Fertigstellung des Kreisverkehrs zu sperren, zurückgezogen. Auch die SPD hatte keine Chance mit ihrem Antrag, die Straße einseitig zu sperren, sodass man sie nur von Weilersbach kommend befahren kann. Der Ortschaftsrat Weilersbach hat sich klar gegen die Sperrung der Straße ausgesprochen und es ist natürlich wichtig, die Entscheidungen der Ortschaftsräte ernst zu nehmen. Natürlich sollte ein Ortsteil bei wichtigen Entscheidungen immer gehört werden, aber es gibt eben auch übergeordnete Interessen. Und da gilt es, sorgfältig abzuwägen, was wichtiger ist. Die Sperrung der Straße ist von übergeordnetem Interesse und hier gilt es nicht alleine die Befindlichkeiten der Weilersbacher zu bedenken, hier gilt es, die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Es geht ganz sicher nicht darum, ein Votum gegen Weilersbach zu treffen, wie das FDP-Stadtrat Marcel Klinge formuliert hat, es geht darum, Menschenleben zu schützen.

Aber in dieser Sache wird seit Jahren diskutiert, taktiert, eine Ebene schiebt der anderen den "Schwarzen Peter" zu, nichts geht voran und das ist wirklich frustrierend. Natürlich kann man das so sehen wie FWV-Stadtrat Dominik Beha: Er sei ganz normal, dass es zu Unfällen kommt, wenn man am Verkehr teilnimmt. Immerhin stehen Stopp-Schilder da, mehr könne man nicht tun. Das ist blanker Zynismus: Natürlich passieren täglich Unfälle an vielen Stellen. Aber wenn die Stadt und die Stadträte wissen, dass es an einer Stelle besonders oft kracht, und das seit Jahren, ist es geradezu fahrlässig, nichts zu tun.

Das könnte Sie auch interessieren

Jetzt liegt der Ball wieder im Feld des Kreistags. Doch wer weiß, ob der Kreis den Kreisel genehmigt wird, wenn die Stadt VS gar nichts unternimmt. Die gleiche Situation gab es vor zwei Jahren schon einmal, damals hat die CDU-Fraktion den Kreisel abgelehnt und seitdem sind an der Stumpenkreuzung weitere Menschen verunglückt. Jetzt hat man sich zwei Jahren im Kreis gedreht, weil es an politischer Kompromissfähigkeit fehlt. Auch in Weilersbach.

Die Sperrung der Straße wäre ein schneller Weg, den Gefahrenschwerpunkt zu entschärfen. Es gibt andere Wege nach Weilersbach und natürlich müssten die Anwohner an der Zolltafel mit etwas mehr Verkehr rechnen. Das ist sicher ärgerlich für jeden, der dort wohnt, aber sicher nicht das entscheidende Kriterium. Vielmehr geht doch darum, die Straße bald sicherer zu machen – und das bald. Selbst wenn der Kreistag sich für den Kreisel ausspricht: Bis dieser gebaut wird, vergeht viel Zeit. Zeit, in der hoffentlich keine weiteren Unfälle passieren.