So lautet das Schreiben vom 22. Oktober im Wortlaut:

Drohende Schließung der Michael-Balint-Klinik in Königsfeld / Sonderkontingent Nordirak

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Kretschmann,

die Michael-Balint-Klinik in Königsfeld nahm eine Schlüsselfunktion wahr bei Hilfe und Behandlung im Rahmen des Sonderkontingentes für besonders schutzbedürftige Frauen und Kinder aus dem Nordirak. Herr Dr. Michael Blume als Leiter des Projektes, Herr Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan als behandelnder Psychologe und viele andere Beteiligte, die hier nicht alle namentlich erwähnt werden können, haben sich herausragende und bleibende Verdienste in der Hilfe für die schwer gezeichneten Frauen und Kinder aus dem Krisengebiet im Nahen Osten erworben.

Die Michael-Balint-Klinik ist auf psychosomatische Krankheitsbilder spezialisiert. Als Fachklinik behandelt die Klinik speziell traumatisierte Menschen mit Migrationshintergrund. Diese Expertise wurde am Standort Königsfeld über Jahre entwickelt und vertieft.

Jetzt droht kurzfristig die Schließung der Michael-Balint-Klinik durch den Wegfall von 42 Akut-Betten und das, obwohl die Klinik seit Jahren schwarze Zahlen schreibt, obwohl die Klinik mit ihrer Migrationsabteilung große Anerkennung genießt, obwohl gerade die Fähigkeit transkulturelle Therapien anzubieten für eine gute Integration von Flüchtlingen absolut notwendig ist. Bei einer überstürzten Schließung droht die transkulturelle Expertise jetzt verlorenzugehen. Ungeklärt ist dabei die Frage, wie den Menschen geholfen werden soll, die aktuell auf der Warteliste stehen, und wie künftig Menschen mit diesen Hintergründen und Krankheitsbildern geholfen werden soll.

Doch die Schließung kann abgewendet werden. Ein Lösungskonzept liegt bereits auf dem Tisch. Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechtes wurde gegründet. Diese GbR hat beim Sozialministerium einen Antrag auf Bewilligung neuer Betten gestellt. Am 6. November 2019 entscheidet der Landeskrankenhausausschuss. Die Landesregierung ist gefragt, dass dieser Antrag beim Landeskrankenhausausschuss am 6. November 2019 auf die Tagesordnung kommt und ein positiver Beschluss möglich wird.

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident, in diesem Sommer haben Sie öffentlich gefordert, dass der Bund ein vergleichbares Sonderkontingent wie Baden-Württemberg auflegt. Dabei soll Baden-Württemberg angeboten haben, bei einem solchen Sonderkontingent des Bundes mit seinen Erfahrungen und Kontakten helfen zu können. Doch wie soll ein solches Sonderkontingent durchgeführt werden, wenn ausgerechnet Ihre Regierung im Rahmen der Landeskrankenhausplanung die Fähigkeiten dafür abbaut? Wo soll die Expertise herkommen, wenn die Michael-Balint-Klinik geschlossen wird?

Deshalb möchte ich Sie bitten einen Fortbestand der Michael-Balint-Klinik zu ermöglichen, damit die erfolgreiche Arbeit dort fortgesetzt werden kann

Eine Kopie dieses Schreibens erhalten Herr Minister Manfred Lucha MdL, Herr Dr. Michael Blume, vormals Projektleiter im Staatsministerium für das Sonderkontingent, Herr Fritz Link, Bürgermeister der Gemeinde Königsfeld sowie Herr Sven Hinterseh, Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises.

Mit freundlichen Grüßen

Karl Rombach MdL

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