So schön es ist, doch das Tannheimer Freibad muss dringend saniert werden. Der Betreiber, ein rühriger Förderverein, rechnet mit Kosten von rund einer halben Million Euro, Stadtwerke-Geschäftsführer Ulrich Köngeter mit bis zu einer Million. Schon um die 500 000 Euro aufzubringen, sollten die jährlichen Zuschüsse von derzeit 35 000 auf 60 000 Euro erhöht werden. Damit könnte der Förderverein das Darlehen bedienen, die Stadt müsste dennoch eine Ausfallbürgschaft übernehmen. Es bestehen erhebliche Risiken, wie Oberbürgermeister Rupert Kubon bei den Haushaltsplanberatungen klar machte. Daher einigten sich die Gemeinderäte auf einen Kompromiss: Im Haushalt 2019 sollen 10 000 Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt werden, um einen Gutachter zu bezahlen.

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Der Oberbürgermeister zählte zwei Problembereiche auf: die Unterbringung von Pumpen und Filter sowie die Tatsache, dass der Beckenkörper aus zwei Bauphasen besteht. Das könne kritisch werden, wenn das Becken beispielsweise mit Edelstahl ausgekleidet werde. Eine Zuschusserhöhung auf 20 Jahre festzuschreiben, hielt Kubon für kritisch: "Momentan weiß niemand, was auf uns zukommt." Dem schloss sich CDU-Fraktionssprecherin Renate Breuning an. Sie schlug vor, das Projekt eher mit einem Investitionskostenzuschuss zu unterstützen, wenn die Kosten feststünden. Frank Banse (SPD) lobte das Freibad und das Engagement des Vereins.

Jetzt solle festgestellt werden, was unbedingt getan werden müsse, um das Bad zu erhalten. Das Notwendigste werde ermittelt – darüber waren sich die Räte dann einig. Dem stimmte dann auch Ortsvorsteherin Anja Keller, die mit einer großen Zahl von Mitgliedern des Fördervereins erschienen war, zu. "Dann liegen Zahlen und Fakten auf dem Tisch." Sie appellierte an die Räte, den neuen OB Jürgen Roth an das Ziel, die Erhaltung des Bads, zu erinnern.