Wie funktioniert es in anderen Städten – ist dort der hauptamtliche Feuerwehrkommandant auch Amts- oder Fachbereichsleiter? Wir haben in Konstanz, Tübingen und Ludwigsburg nachgefragt.

In Konstanz

In der Stadt am Bodensee gibt es ein Feuerwehramt. Es ist für die Belange der hauptamtlichen Wache, der Freiwilligen Feuerwehr, den vorbeugenden Brandschutz, die Ausbildung und Beschaffungen zuständig. Der hauptamtliche Kommandant ist Bernd Roth, er leitet in Personalunion auch das Feuerwehramt. Dort arbeiten aktuell 24 Mitarbeiter. Davon bilden 16 Mitarbeiter die hauptamtlichen Wache, die dort im 24-Stunden-Schichtdienst tätig sind. Sie rücken zuerst aus, manchmal sogar, bei kleineren Einsätzen wie die Öffnung von Türen, allein. Dann werden die ehrenamtlichen Kräfte gar nicht alarmiert, berichtet Roth. Die weiteren acht Mitarbeiter des Amts seien zum Teil Beamte des gehobenen feuerwehr-technischen Dienstes oder Beschäftigte mit oder ohne feuerwehrtechnische Ausbildung. Nach dem aktuellen Feuerwehrbedarfsplan sei in Konstanz eine weitere Erhöhung des hauptamtlichen Personals erforderlich. Dies werde hauptsächlich deswegen notwendig, um die Freiwillige Feuerwehr zu entlasten. 2018 fuhr die Konstanzer Wehr zu 1416 Einsätzen, 2017 zu 1609 Einsätzen. Daher soll die Stärke der hauptamtlichen Wache auf 35 Kräfte wachsen. Die Thematik sei nicht ganz einfach und zwischen dem rechtlich Erforderlichem und der gelebten Praxis gebe es oft noch Unterschiede, räumt Roth ein.

In Tübingen

Die hauptamtliche Abteilung der Feuerwehr Tübingen ist beim Fachbereich Bürgerdienste, Sicherheit und Ordnung als Fachabteilung Feuerwehr angesiedelt. Der hauptamtliche Kommandant ist gleichzeitig der Abteilungsleiter. In Tübingen arbeiten 29 hauptamtliche Feuerwehrleute, teilt die Sprecherin der Stadt mit.

In Ludwigsburg

Ludwigsburg nahe Stuttgart ist besonders interessant, weil dorthin nach nur rund einem Jahr der vorerst letzte hauptamtliche VS-Kommandant Ben Bockemühl wechselte. Der Fachbereich nennt sich Feuerwehr und Bevölkerungsschutz. Es wird vom hauptamtlichen Kommandanten geleitet. In Ludwigsburg arbeiten 41 hauptamtliche Feuerwehrleute. Dazu kommen insgesamt 450 freiwillige Feuerwehrleute, von denen 250 auch aktiven Dienst leisten, berichtet der Pressesprecher der Stadtverwaltung Ludwigsburg. Die Stadt hatte die Kommandantenstelle 2017 aufgewertet, um sie für die Bewerber attraktiver zu machen. Landauf, landab werden für diese Position geeignete Kräfte gesucht. In Villingen-Schwenningen wurde Bockemühl dann von einem "Headhunter" abgeworben, wie er selbst berichtete. Ursprünglich sollte Bockemühl seinen Dienst im September vergangenen Jahres antreten, doch für seinen neuen Job ist der höhere Dienst Voraussetzung, eine Qualifikation, die Bockemühl nicht vorzuweisen hatte. Daher absolviert er ab April den dafür erforderlichen einjährigen Aufstiegslehrgang an der Feuerwehrschule in Münster, bestätigte die Stadtverwaltung. Auch in Ludwigsburg kam es in der Vergangenheit zu Spannungen innerhalb der Feuerwehr. So hatten Angehörige der freiwilligen Innenstadtabteilung Fehlalarme ausgelöst, zwei Feuerwehrleute wurden Anfang 2016 laut einem Medienbericht verurteilt.