VS-Weilersbach (rod) Samstag 14 Uhr, ein Rauchmelder ist deutlich beim Rathaus zu hören, dann steigt Rauch aus Gebäude. Eine Angestellte der Ortsverwaltung rettet sich ins Freie und alarmiert die Feuerwehr.

Kurze Zeit später wird der Ort durch die Feuerwehrfahrzeuge, die mit Martinshorn Richtung Rathaus fahren, aufgeschreckt – und schnell ist der Platz mit Menschen gefüllt. Es sind Bürger und Bürgerinnen von Weilersbach, die gekommen sind, um die Jahresübung ihrer Feuerwehr zu verfolgen.

Menschenrettung steht vor Brandbekämpfung: Nach diesem Grundsatz gilt es für die Einsatzkräfte, sich zunächst um zwei Personen im Erdgeschoss und drei Personen im Obergeschoss zu kümmern. Dabei breitet sich der Rauch schnell durch eine verschlossene Kellertüre im Treppenhaus aus.

Geschafft: Zwei Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten holen eine Person aus dem verrauchten Treppenhaus.
Geschafft: Zwei Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten holen eine Person aus dem verrauchten Treppenhaus.

Ruhig und koordiniert läuft die Übung unter Einsatzleiter Christian Schwierz ab. Während die eine Gruppe die Personen im Obergeschoss durchs Fenster in Sicherheit bringt, haben zwei Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräte die beiden Personen aus dem Erdgeschoss befreit.

In den Gruppen befinden sich auch fünf Feuerwehrfrauen, die bei der Löschwasserbereitstellung und der Erstversorgung der verletzten Personen eingesetzt werden.

Zum Einsatz kommen auch die First Responder, also die Helfer vor Ort aus Weilersbach. Sie sind ein zusätzliches Glied in der Rettungskette. Gut ausgebildete, freiwillige Helfer des Rot-Kreuz-Ortsvereins überbrücken als First Responder die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des Notarztes oder Rettungsdienstes. Zusätzlich sind die ehrenamtlichen Helfer noch in der Freiwilligen Feuerwehr als Feuerwehrmänner aktiv.

Feuerwehr und Rot-Kreuz-Kräfte arbeiten bei der Erstversorgung eng zusammen. Viele Bürger schauen interessiert zu.
Feuerwehr und Rot-Kreuz-Kräfte arbeiten bei der Erstversorgung eng zusammen. Viele Bürger schauen interessiert zu.

Parallel zur Rettung der Menschen im Gebäude wird der Löschangriff vorbereitet. Das Löschwasser muss über eine längere Wegstrecke herangeleitet werden. Der in Weilerbach stationierte Schlauchwagen SW 1000, ein Unimog, kommt fast ausschließlich bei der Löschwasserförderung über lange Wegstrecken zum Einsatz. 1000 Meter Schlauchmaterial sind fertig gekuppelt in Schubladen untergebracht und können während der Fahrt ausgelegt werden.

Alle wissen genau, wo sie anpacken müssen, schnell sind die Saugleitung an der Pumpe und die Schläuche an den Schnellangriffsverteilern montiert. Die Personen im Gebäude werden herausgeholt und versorgt. Und es heißt „Wasser marsch“ zur Brandbekämpfung.

Hans Stern von der Altersmannschaft beobachtet genau die Übung. „Das war eine tolle Leistung. So eine gute Ausrüstung hatten wir damals nicht“, sagt der 81-Jährige, der mit 18 Jahren in die Feuerwehr eingetreten ist. In Zivilkleidung verfolgt Feuerwehrkommandant Ben Bockemühl die Übung, der im Moment Überstunden und Urlaub abbaut, bevor er seine neue Stelle in Ludwigsburg antritt.

Zufrieden mit den Leistungen zeigt sich auch Abteilungskommandant Roland Schlenker und glücklich darüber, dass im Frühjahr 2019 der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus erfolgen soll.