Noch herrscht nur wenig Betrieb an diesem regnerischen Mittwoch in der Kirchdorfer Mehrzweckhalle. Dorthin hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) zum Herbst-Blutspendetermin aufgerufen. „Heute ist noch nicht viel los, vielleicht liegt es an der Umleitung“, denkt Martha Knörzer vom Blutspendedienst Bad Dürrheim. Die 79-jährige hatte auch diesen Termin zusammen mit vielen Helfern bestens organisiert. Gerade kommt sie aus der Küche, auch hier hilft sie bei Bedarf aus.

Zuerst sind die Formalitäten zu erledigen

„Überwiegend kommen Stammkunden, aber auch einige Erstspender sind dabei“, wie die freundliche Dame von der Anmeldung berichtet. Ein Blick in den Computer verrät, bisher waren es lediglich 29 Spender. Vier Erstspender zählt sie. Dazu gehört auch SÜDKURIER-Mitarbeiter Klaus Dorer. Er ist heute fest entschlossen, „denn Blut spenden ist eigentlich nicht viel anderes, als eine Blutuntersuchung beim Arzt“.

Der Start beim Blutspendertag in der Kirchdorfer Halle ist zunächst sehr verhalten. Zahlreiche Liegen sind erst am frühen Abend belegt.
Der Start beim Blutspendertag in der Kirchdorfer Halle ist zunächst sehr verhalten. Zahlreiche Liegen sind erst am frühen Abend belegt. | Bild: Klaus Dorer

Von der Anmeldung erhält er zunächst einen Flyer mit wichtigen Hinweisen und einen Bogen zum Ausfüllen. Auch eine ärztliche Schweigepflichtentbindung wegen des Datenschutzes ist dabei. „Das ist wichtig, damit der Blutspendedienst überhaupt einen Ausweis ausstellen kann“, erklärt die ehrenamtliche Helferin Ilse-Dora Bickelhaupt.

Bisher nur für die Berichterstattung zuständig

Sie kennt ihn und ist ein wenig verwundert, dass er noch nie gespendet hat. „Bisher habe ich hier immer nur die Berichterstattung für den SÜDKURIER gemacht“, erklärt der Mitarbeiter ihr. An einem Tisch trägt Dorer zunächst seine persönlichen Daten in einen Fragebogen ein. Auch Fragen nach früheren Erkrankungen und ob er krankgeschrieben sei, gilt es zu beantworten.

Es beginnt mit einem kleinen Picks in den Finger

Als nächste Station wartet ein junger Mann auf die Spender, der eine Getränketheke aufgebaut hat und Kaltgetränke reicht. Das sei wichtig, damit es bei der Spende nachher keine Kreislaufprobleme gebe, erklärt er. Danach wird Dorer schon von einer der fünf hauptberuflichen medizinischen Fachangestellten an einen Tisch gebeten. „Wir müssen noch den Hämoglobinwert, also den Eisengehalt im Blut, ermitteln, ein Test, dass keine Blutarmut besteht“, so Reingard Bruttel. Dafür genügt ein kleiner Piks in den Finger und ein Tropfen Blut. „Alles in Ordnung, sie haben einen guten, mittigen Wert“, sagt sie. Dann misst sie noch die Körpertemperatur sowie den Blutdruck.

Macht der Blutdruck dem Erstspender einen Strich durch die Rechnung?

Als Nächstes muss der Erstspender mit seinem Fragebogen zur leitenden Ärztin, Doktor Österle. Sie führt ein kurzes Abschlussgespräch. Mit dem Blutdruck ist sie nicht ganz zufrieden. Der untere Wert ist ihr ein wenig zu hoch. „Es kann die Aufregung sein, wir müssen nachmessen“, sagt sie. Die erneute Messung ergibt dann einen normalen Wert, auch die Herzfrequenz ist okay. Wenig später wird Dorer von einer Dame aufgerufen. Sie hat ein kleines „Päckchen“ parat gelegt, das ein 500-Milliliter-Beutel für die Abgabe enthält. Dann geht es auf die Liege.

Das Blut fließt zügig – nach zehn Minuten ist der Beutel voll

Geschultes Personal vom DRK kümmert sich um den Spender. Dann erneut ein kleiner Piks in den Arm, das Blut fließt zügig in den Beutel. Auch der langjährige DRK-Helfer Siegfried Pohle ist dabei. Er schießt ein Foto, als das Blut abgenommen wird. Nach knapp zehn Minuten ist der Beutel mit einem halben Liter Blut gefüllt. Zwei Helferinnen helfen, von der Liege aufzustehen. Man müsse sehr vorsichtig sein, da es einem schwindlig sein kann. Für Klaus Dorer aber kein Problem, er fühlt sich die ganze Zeit blendend.

„Eigentlich müssten viel mehr Leute Blut spenden“

Zunächst geht es auf eine andere Ruheliege, dann an einen der Tische. Dort sitzen auch drei junge Männer und trinken ein Spezi. „Eigentlich müssten viel mehr Leute Blut spenden“, sagt einer der Männer. Das gehöre doch zur Bürgerpflicht, sagt ein anderer. Weiter geht es ins Foyer der Halle. Dort schenkt die Leiterin Martha Knörzer dem SÜDKURIER-Mitarbeiter höchstpersönlich einen Kaffee ein. Dabei berichtet sie, dass nun doch noch zahlreiche Spender gekommen sind und die Zahl nun bei guten 79 liegt. Sie hofft, dass die 100 noch übertroffen wird.

Ein Blick in die Halle lässt hoffen, denn alle Liegen sind nun belegt. Auch am Empfang hat sich eine kleine Schlange gebildet. Klaus Dorer ist froh, dass er schon fertig ist und nun noch einen deftigen Eintopf mit Würstchen bei netten Gesprächen mit anderen Spendern genießen kann.