Nach den Störchen kommt der Schäfer und dann ist es wirklich Frühling auf der Baar. Eigentlich lebt und arbeitet der Schäfer Georg Weishaupt in Meckenbeuren am Bodensee. 400 Schafe, 100 Lämmer und zwei Hunde nennt er sein Eigen.

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Aber jedes Frühjahr macht er sich mit seiner Herde auf den weiten Weg zum Schwenninger Flugplatz. Rund einen Monat sind sie für die 120 Kilometer über den Hegau unterwegs. Und Ende November gehts dann auch wieder zurück, ins Winterquartier im schönen Schussental, zwischen Friedrichshafen und Ravensburg.

Schäfer Georg Weishaupt setzt auf Hüte-Hund Benno.
Schäfer Georg Weishaupt setzt auf Hüte-Hund Benno. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Natürlich braucht er für seine Touren eine spezielle Triebgenehmigung. Den Weg kennen er und seine Hunde aber schon auswendig. Ebenso alle Wiesen auf der Route und wo seine Schafe willkommen sind und wo nicht. In Deutschland ist alles genaustens geregelt. In der Regel darf er seine Schafe ab Martini für einen Monat über die Wiesen der Region auf Wanderschaft treiben. Und pünktlich zum Georgstag geht es dann wieder zurück. „Das kann ich mir auch besonders gut merken, da das mein Vorname ist“, witzelt Georg Weishaupt.

400 Mutterschafe und 100 Lämmer am Schwenninger Flugplatz
400 Mutterschafe und 100 Lämmer am Schwenninger Flugplatz | Bild: Hans-Juergen Goetz
  • Und warum nimmt er diese Mühen auf sich, ist es seinen Schafen am Bodensee im Sommer zu heiß ? „Ich kann mir die Pacht am Bodensee im Sommer schlichtweg nicht leisten“, erläutert Weishaupt. Dort wird jeder Flecken für Obst- und Gemüseanbau genutzt und das bringt den Grundstückseignern wesentlich höhere Pachterträge, als er für seine Schafherde dafür ausgeben kann.

Am Schwenninger Flugplatz gab es seit den 50er-Jahren schon immer eine Schafherde und als sein Vorgänger vor rund zwanzig Jahren altershalber aufgab, griff er zu und übernahm auch gleich den dortigen Schafstall.

  • Gibt es eigentlich keine Probleme mit den Schafen und den Fliegern, auf den Wiesen rund um den Flugplatz? „Schafe sind ja nicht blöd“, lacht der Schäfer, „die wissen genau, dass es auf der asphaltierten Landebahn kein frisches Gras gibt.“ Außerdem passen seine beiden Hüte-Hunde, Benno und Flori, ganz genau auf jedes einzelne Schaf auf: „Ohne deren Erlaubnis geht nix“, lacht Weishaupt. Und am Abend, wenn die Flugzeuge alle in ihren Hangars zurück sind, lässt er seine Schafe auch direkt bis an die Schwenninger Landebahn heran, das stört dann wirklich niemanden.
  • Und wie lange will der 60-jährige Schäfer seinen Job noch machen? „So lange ich noch kann, mit Sicherheit aber noch die nächsten zehn Jahre“, gibt sich Georg Weishaupt sicher.“Genug geschwätzt“, sagt er dann, „ich muss mich jetzt wieder um meine Schafe kümmern“, die wollen jetzt rüber zu der anderen Wiese, wo das Gras noch grüner ist“. Sagt’s, gibt seinen Hunden schnell die notwendigen Kommandos, und auf geht´s mit allen 500 Schafen, zur nächsten Wiese, wo das Gras noch viel saftiger aussieht.