Um die korrekte Uhrzeit drehte es sich in den vergangenen Tagen in vielen Nachrichten. Wegen der Energieknappheit in Europa fiel die Frequenz im Stromnetz unter 50 Herz und sorgte dafür, dass tausende Uhren, die ihren Takt aus der Netzfrequenz ableiten, mehrere Minuten hinter die eigentliche Uhrzeit zurückfielen.

Einem ganz anderen Takt scheinen die Uhren in VS-Villingen zu folgen. Der SÜDKURIER hat sich auf die Suche nach der richtigen Uhrzeit begeben.

Wir starten in der Bickenstraße vor dem SÜDKURIER. Uhrenvergleich mit den Zeigern am Bickentor. Da unsere Armbanduhr immer zwei Minuten vorgeht - was ein Stück Sicherheit bei vollem Terminkalender vermitteln soll - stellen wir fest: Beide Uhren stimmen überein.

Die massive Mechanik, die die Zeiger auf dem riesigen Ziffernblatt antreibt, sieht übringens so aus. Davon konnten wir uns erst vor wenigen Tagen beim Aufstieg in den Turm ein Bild machen.

Zurück auf die Straße. Wir gehen weiter in Richtung Oberes Tor. Auch hier scheint mit der Zeit noch alles in Ordnung zu sein. Wir halten fest: Im Osten und Westen der Innenstadt laufen die Uhren synchron.

Auf dem Weg zum Riettor in Richtung Westen kommen wir an der Sonnenuhr am Münster vorbei. Wenn wir diese richtig deuten, hinkt die Sonnenzeit grob 30 Minuten hinterher. Ist auf unser Zentralgestirn kein Verlass mehr?

Am Riettor angekommen machen wir erneut einen Uhrenvergleich. Und siehe da, im Westen der Innenstadt gehen die Zeiger etwas langsamer. Passanten sollten in dieser Zeitzone rund fünf Minuten dazurechnen, damit sie Termine, den Bus oder den Zug nicht verpassen.
 

Video: Jens Fröhlich


Oder sie nutzen die Uhr des Juweliers, die etwas weiter stadteinwärts Informationen zur Tageszeit liefert. Alle, die beim Stadtspaziergang an dieser Stelle zum ersten Mal nach der Uhrzeit Ausschau halten, haben es jedoch schwer. Welche Zeit stimmt denn nun?

Auch ein Blick in die Schaufenster von diversen Uhrengeschäften bringt keine Klarheit. Manche Uhren laufen gar nicht. Manche zeigen die Sommerzeit an, andere die Winterzeit.

Wir gehen weiter entlang des Romäusrings bis zur Niederen Straße ganz im Süden. Wer von hier aus ins Zentrum läuft kommt schon bald an der Hennybogenuhr vorbei. Uhrenvergleich: Stimmt. Es ist 13.41 Uhr.

Weiter geht's zur Sparkassenuhr, welche Fußgänger, die vom Bahnhof kommen, in der Paradiesgasse mit der aktuellen Uhrzeit versorgt. Auch hier konnten wir, bis auf unseren gewollten Zwei-Minuten-Vorsprung am Arm, keine Unregelmäßigkeiten feststellen.

Ein zuverlässiger Zeitgeber sind stets auch die Parkuhren in der Innnenstadt. Die stimmen fast immer.

Wir sind zurück in der Niederen Straße und gehen nach einer kurzen Pause die Niedere Straße entlang in Richtung Tonhalle. Ein letzter Vergleich an der Hennybogenuhr. Moment mal. Die Zeit für den Rundgang kam uns eigentlich bedeutend länger vor. Die Hennybogenuhr zeigt nun 13.27 Uhr an. Beim ersten Vorbeikommen war es hier doch bereits 13.41 Uhr. Laufen die Uhren hier rückwärts?

Des Rätsels Lösung: Genau an dieser Stelle können Passanten einen Zeitsprung machen. Geht nicht? Geht wohl! Uhrzeit einprägen, einen weiten Satz auf die andere Uhrenseite machen, umdrehen, nach oben schauen und die im Kurzzeitgedächtnis abgelegte Uhrzeit mit dem nun sichtbaren Ziffernblatt vergleichen. Funktioniert in beide Richtungen.         
 

Video: Jens Fröhlich


Durch diesen genialen Trick wird aus einer zeitraubenden Shoppingtour durch Villingen kurzerhand ein unvergesslicher Einkaufsmoment mit Zeitgewinn. Welch andere Einkaufsstadt kann so etwas bieten!?