Trauen Sie den sogenannten Sprachassistenten von Google, Apple, Amazon oder Microsoft? Würden Sie sich ein Gerät in die Wohnung stellen, das immer mithören kann und stets mit dem Internet verbunden ist? Erteilen Sie ihrem Smartphone Sprachbefehle? Jörg Putschbach hat diese Fragen für sich mit „Ja“ beantwortet und gleich vier stationäre Sprachassistenten bei sich zu Hause im Einsatz.

Eine von vier Echo-Boxen in der Wohnung.
Eine von vier Echo-Boxen in der Wohnung. | Bild: Fröhlich, Jens

Warum er sich für Amazons Echo entschieden hat, wie er die Geräte nutzt und ob er Sicherheitsbedenken hat, das verrät er dem SÜDKURIER bei einem Rundgang durch seine digital vernetzte Wohnung.

Erster Kontakt: Putschbach arbeitet bei der Volksbank in Villingen. Im dort eingerichteten Innovationsbereich sei er erstmals mit Spracherkennung in Kontakt gekommen. „Alexa hat mein Interesse geweckt“, erzählt der 42-Jährige, der sich beruflich mit Roboter-Software beschäftigt und auch sonst sehr technikaffin ist. Schon als Jugendlicher habe er sich mit Computern beschäftigt. Damals waren noch klobige Commodore-Rechner (C64) erste Wahl. Putschbach kaufte sich daraufhin eine gebrauchte Echo-Box, um diese erst einmal zu testen.

Das könnte Sie auch interessieren

Entscheidungsgrund: Schnell begann er sich an die Alexa-Stimme zu gewöhnen und die Vorteile zu schätzen. Wie viele Menschen, bestellt auch er gerne Waren bei Amazon, weil es so schön einfach und bequem ist. Die Auswahl ist riesig und die Preise attraktiv. Noch schneller und versandkostenfrei funktionieren Bestellungen mit einem Zusatzabo. Filme, Serien, Musik, Hörbücher und digitaler Lesestoff gibt es als Streaming-Angebot für Abo-Kunden gratis dazu. In dieses Gesamtkonzept sind auch die Echo-Geräte mit Alexa-Spracherkennung verzahnt. Sie funktionieren zwar auch ohne Abo, richtig Spaß bereiten sie jedoch erst mit Zusatzvertrag. So war das auch bei Putschbach: „Wir haben Amazon Prime dazu gebucht, wegen Hörspielen für Kinder und dem breiten Medienangebot.“ Diese Vorteile hätten am Ende die Wahl entschieden. Auf seinem Handy lauscht der Google-Assistant seinen Sprachbefehlen. Das nutze er aber kaum.

Über sein Smartphone kann er Einstellungen für die Echo-Geräte steuern und Funktionen und Programme, sogenannte Skills, hinzufügen und wieder entfernen. Über das Smartphone können auch Protokolle eingesehen werden. So ist zum Beispiel eine Kontrolle der Mediennutzung der Kinder möglich.
Über sein Smartphone kann er Einstellungen für die Echo-Geräte steuern und Funktionen und Programme, sogenannte Skills, hinzufügen und wieder entfernen. Über das Smartphone können auch Protokolle eingesehen werden. So ist zum Beispiel eine Kontrolle der Mediennutzung der Kinder möglich. | Bild: Fröhlich, Jens

Weitere Geräte: Schnell wurde die Alexa-Stimme zum beliebten Gesprächspartner der ganzen Familie. Als angenehme Ergänzung und Bequemlichkeit beschreibt Putschbach die Möglichkeiten. Er kaufte weitere, modernere Geräte. Heute sind insgesamt vier Echos im Haus verteilt. Mit seiner Begeisterung ist er nicht alleine. Auch Freunde und Bekannte seien im Besitz solcher Geräte. Mit diesen kommuniziert er daher auch gerne mal über Alexa-Sprachnachrichten, was ähnlich wie bei Anrufbeantwortern funktioniert.

Wohnzimmer: Hier steht auf einer Kommode das am häufigsten genutzte Gerät. Knapp 30 Skills – das sind Zusatzprogramme und Funktionen, die wie bei Smartphones installiert werden – hat Putschbach im Einsatz, zum Beispiel eine Begrüßungsfunktion, Nachrichten, Tagesschau, Abfallkalender, Live-Fußball, Spiele, Radio, Wetterbericht, Anrufbeantworter und Erinnerungen.

Video: Fröhlich, Jens

„Letzteres ist vor allem den Kindern wichtig“, scherzt er. Die würden ihn nämlich immer über Alexa an die nächste Taschengeldzahlung erinnern. Die Einkaufslisten-Funktion nutzt er nicht. „Das kommt nach wie vor handgeschrieben auf einen Zettel.“ Das Türschloss soll ebenfalls unangetastet bleiben. Springbrunnen und einige Lichtquellen sind jedoch aber über das Netzwerk steuerbar.

Video: Fröhlich, Jens

Das funktioniert so: Zwischenstecker für die Steckdose halten Kontakt mit Alexa und schalten je nach Befehl den Strom an und aus.

Solche Zwischenstecker kosten rund 25 Euro und ermöglichen den Sprachassistenten Strom an und auszuschalten.
Solche Zwischenstecker kosten rund 25 Euro und ermöglichen den Sprachassistenten Strom an und auszuschalten. | Bild: Fröhlich, Jens

Kinderzimmer: Zwei weitere Echos stehen in den Zimmern der Kinder, die neun und zehn Jahre alt sind. Dort regeln sie die LED-Deckenleuchten, die bereits mit einer Alexa-Schnittstelle ausgestattet sind.

Diese LED-Deckenlichter sind bereits ab Werk mit einer Alexa-Schnittstelle ausgestattet.
Diese LED-Deckenlichter sind bereits ab Werk mit einer Alexa-Schnittstelle ausgestattet. | Bild: Fröhlich, Jens

„Die Kinder hören aber auch gerne interaktive Hörspiele, machen ein Quiz oder Rechenspiele“, erzählt der Familienvater. Von hier aus lassen sich auch alle anderen Funktionen im Haus steuern.

Video: Fröhlich, Jens

Mobiler Einsatz: Ein weiteres Gerät dient der Familie für den mobilen Einsatz im Badezimmer oder im Keller. Das klappt überall dort, wo Echo über WLAN mit dem Internet verbunden ist.

Erweiterungen: Auch der Fernseher vernetzt. Über einen TV-Stick und eine spezielle Fernbedienung ist dieser mit dem Streaming-Angebot von Amazon verbunden. „Meine Frau liest gerne Bücher auf ihrem Kindle“, so der 42-Jährige, der schon über neue Geräte nachdenkt: Eine Rollandensteuerung, eine Steckdose für das Bad und einen Ring für die Hand.

Diese Fernbedienung steuert das Streaming-Angebot von Amazon.
Diese Fernbedienung steuert das Streaming-Angebot von Amazon. | Bild: Fröhlich, Jens

Sicherheit

Sicherheitsbedenken hat Jörg Putschbach kaum. Wie er das begründet und welche Meinung zwei IT-Sicherheitsexperten von der Firma Gataca in Villingen dazu haben, das lesen Sie im folgenden Artikel.

Das könnte Sie auch interessieren