Sie hat schon viele Aufführungen besucht und insbesondere ihr Stück „Waidmannsheil„ hat es ihr angetan und sie ist immer wieder aufs Neue gespannt, wie die jeweiligen Regionaltheater ihre preisgekrönte Komödie umsetzen.

„Stramme Leistung“

Susanne Hinkelbein, Autorin der Komödie, gibt denn auch am Ende der Premiere im Theater am Turm eine ebenso kurze wie prägnante Antwort auf die Frage, ob alles gut war: „Das war eine stramme Leistung, ich bin zufrieden!“ Zufrieden konnte die Bühnenautorin und Musikerin mit der Leistung der beiden Protagonisten auf dem zwischen Ober- und Unterbaldingen angesiedelten Hochstand auch sein.

Schluss mit Müßiggang

Zwar hatten diese zwar eine kurze Textpassage augenscheinlich einfach vergessen, aber das, was die beiden Edeljäger an Lebensweisheiten von sich gaben, war in Mimik und Ausdruck hervorragend.

Wettbewerb aus Langeweile

Geht es noch harmlos los, wenn Rupert Kubon und Harry Grüneis über den Wald und die von den Bäumen fallenden Blätter sinnieren und gar zuletzt einen von der eigenen Langeweile getragenen Wettbewerb daraus machen, wessen Blätter am schnellsten fallen.

Hochzeit unter Beschuss

Jäh unterbrochen wird der Müßiggang der beiden dann, als sich an einer nahen Felswand ein Drama abzuspielen scheint. Zum Leidwesen der beiden Waidmänner stürzen die beobachteten Felskletterer aber doch nicht ab. Eine vorbeiziehende Hochzeitsgesellschaft hat anschließend nicht so viel Glück und wird kurzerhand abgeschossen.

Das Jagdglück bleibt aus

Weitere Vorkommnisse wie das Zuschnappen einer illegalen Falle, um das Bein der in die Jahre gekommenen Wirtshaustochter – „die kriegt jetzt eh keinen mehr ab“ – oder das vermeintliche Sperrfeuer aus einem anderen Hochstand ziehen die beiden in den Bann. Das einzige, was fehlt, ist das Jagdglück. Es lässt sich einfach keine Sau sehen. Um zu erfahren, wie das von Liliane Valla und technisch von Hermann Schreiber begleitete Stück ausgeht, lohnt es sich, eine der noch ausstehenden Vorführungen im September und Oktober zu besuchen.

Tiefste Abgründe

Ganz sicher kommen alle Theaterfreunde hier auf ihre Kosten. Ob lustig, ernst, ironisch oder sarkastisch, es ist alles dabei bis hin zu Ausflügen in die tiefsten Abgründe menschlichen Denkens und Handelns.

Beim Radeln kommen die Ideen

Wie man auf ein solches Stück kommt, erklärt die Autorin in einem kurzen Interview. Sie sei einfach immer mal durch den Wald geradelt und dort seien ihr viele einzelne Segmente fast zugeflogen. „Du sollst nicht töten“, heißt es, so Susanne Hinkelbein, aber wo fängt das Töten an? „Oftmals doch schon in Gedanken und Worten“, sagt sie.

Die kleinen Eitelkeiten

In der Musik laufen beim Duett zwei Instrumente parallel oder auch konträr, und dass dies in einem Gespräch zweier Menschen ebenso sein kann, wollte sie deutlich machen und dabei die kleinen Eitelkeiten der Menschen sichtbar werden lassen. Ob am Ende des Stückes, das etwa fünf Viertelstunden dauert, doch noch die ersehnte Sau oder der kapitale Eber am Hochstand der beiden Jäger vorbeikommt? Die Auflösung gibt es – bei einem Besuch im Theater.