Villingen-Schwenningen (cho) Der Countdown läuft: Ab Samstag, 7. Juli,
null Uhr, können Kandidaten, die sich in der Doppelstadt als Oberbürgermeister zur Wahl stellen wollen, ihre Bewerbungen einreichen. Die Zeitspanne der Bewerbungsfrist läuft bis zum 10. September. So bleibt ausreichend Zeit bis zum Wahltag am 7. Oktober, um beispielsweise die Stimmzettel zu drucken.

Der Gemeindewahlausschuss entscheidet am 11. September in einer Sitzung über die Zulassung der Bewerbungen und legt auch fest, wie die Reihenfolge der Plätze auf dem Stimmzettel ist. Grundsätzlich entscheidet darüber der Eingang der Bewerbungen. Wer am schnellsten ist, steht ganz oben. Da die Bewerbungen aber ab Mitternacht eingeworfen werden können, lässt sich am Montagmorgen nicht mehr feststellen, welche Bewerbung als erste eingeworfen wurde. Wie Madlen Falke, Pressesprecherin der Stadt, erklärt, gilt die Zeit von Samstag, 7. Juli,
null Uhr, bis Montag, 9. Juli, 7.30 Uhr, als sogenannte Fiktionszeit. Laut Kommunalwahlordnung gelten in die in dieser Zeit eingegangenen Bewerbungen als zeitgleich eingegangen. Über die Reihenfolge der Platzierung entscheidet dann der Gemeindewahlausschuss per Los, so Falke: „Es muss also niemand vor dem Rathaus zelten, um seine Bewerbung als erster einzuwerfen.“

Wie Madlen Falke erklärt, werden auch Mitarbeiter in der Nacht vom 6. auf den 7. Juli vor Ort sein. „Da geht es nicht darum, den Eingang der ersten Bewerbung abzuwarten, sondern darum, sicherzustellen, dass keine Bewerbungen bereits vor der Einreichungsfrist eingegangen sind“, erläutert Falke.

Sicher ist, dass der von der CDU unterstützte Jürgen Roth, Bürgermeister in Tuningen, seine Bewerbung abgeben wird, er hat bereits öffentlich erklärt, zu kandidieren. Auch Gaetano Cristilli, gelernter Speditions- und Versicherungskaufmann sowie Inhaber des Fitness-Studios G 1 in Villingen, hat seine Kandidatur erklärt. Cristilli ist geschäftsführender Vorstand des FC 08. Martina Kloiber-Jung, Betriebsleiterin der Technischen Dienste, hat immerhin verlauten lassen, dass sie die feste Absicht hat, sich zu bewerben. Noch nicht erklärt hat sich OB-Referent Jörg Röber, auch wenn er schon Wahlfotos im Uhrenindustriemuseum gemacht hat.

Neben diesen vier Kandidaten will auch Dauerkandidatin Friedhild Miller, die nie vor Ort erscheint, ihre Bewerbung abgeben. Wie alle anderen Kandidaten auch, muss sie 100 Unterschriften von wahlberechtigten Personen beilegen. Im Moment sorgt sie vor allem in Freiburg für Wirbel, weil sie die Wahl von Martin Horn angefochten hat – wie im übrigen auch in Sindelfingen, Ravensburg und Rottweil.

Bei der OB-Wahl 2010 gab es 60 000 Wahlberechtigte. Die Wahlbeteiligung lag damals bei mageren 44,9 Prozent. Bei der Wahl am 7. Oktober können die Wähler in 54 Wahlbezirken ihre Stimme abgeben. Briefwahlunterlagen sind voraussichtlich ab Mitte September erhältlich. 450 Helfer sind am Wahlsonntag im Einsatz. Wenn kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, müssen die Helfer am 21. Oktober nochmals ran: Da findet der zweite Wahlgang statt – hier reicht eine einfach Mehrheit, um Oberbürgermeister von Villingen-Schwenningen zu werden.