Der Villinger Weihachtsmarkt ist geschrumpft. Besonders in dem Bereich zwischen Münster und Volkshochschule stehen im Vergleich zum Vorjahr weniger Hütten, eine mittlere Reihe fehlt. Dort ist nun die Kindereisenbahn aufgebaut. Auch vor dem Rathaus sind Lücken. Schade eigentlich, meint eine Besucherin, dass das Interesse der Aussteller abnehme.

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Doch das stimmt nur mit Blick auf 2017: Vor einem Jahr zählte die veranstaltende Südwest Messe- und Ausstellungs-Gesellschaft (SMA) in Villingen und Schwenningen insgesamt 100 Stände, aktuell seien es 88, 46 in Villingen und 42 in Schwenningen, berichtet SMA-Pressesprecher Ulrich Cramer. Doch die Zahl relativiere sich mit Blick auf 2016: Damals füllte die SMA 91 Stände.

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Weihnachtsmarkt hat sich bewährt

Ein stark zurückgehendes Interesse wollte Cramer aus der Entwicklung nicht folgern, der Eindruck trüge aus seiner Sicht. Das liege sicherlich auch daran, dass der Münsterplatz sehr weitläufig sei. In Schwenningen, wo die Stände enger stehen, würde dies gar nicht auffallen. Fakt sei: "Wir haben die Zahl von 2016 erreicht", es sei ein ständiges Auf und Ab. Cramer kennt das aus dem Messebereich: "Auch da haben wir in einem Jahr mehr, im anderen weniger Händler." Werden nicht nur die Zahl der Stände, sondern gleich die der Aussteller betrachtet, sieht es besser aus: Auf 127 kommt die SMA dieses Jahr, 2017 waren es 135 und 2016 125. "Damit liegen wir dieses Jahr leicht über dem Ergebnis von 2016", rechnet der Pressesprecher vor. Damit sei man zunächst einmal zufrieden, Konsequenzen, wie eine Änderung des Konzepts, werden derzeit keine gezogen.

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Soll Konzept geändert werden?

Die werden an den Glühweinständen aber umso heftiger diskutiert: Macht es nicht eher Sinn, den Weihnachtsmarkt über ein verlängertes Wochenende in vier Tagen, statt in zehn, zu veranstalten? Dann vielleicht mit dem Fokus auf eine in Richtung Handwerkermarkt orientierten Veranstaltung. Oder einen Weihnachtsmarkt in einem Jahr in Villingen, im nächsten in Schwenningen? Nein, nein, nein – alle drei Vorschläge haben laut Cramer kaum Aussichten auf Erfolg. Ein viertägiger Weihnachtsmarkt lohne sich für viele Händler nicht. Die Forderung, mehr Kunsthandwerker in die Stadtbezirke zu holen, kennt Cramer ebenfalls schon. Deren Stände seien zwar schön anzuschauen, sie sind auch oft umlagert, doch das große Geschäft halte sich meist in Grenzen. Das höre er jedenfalls immer wieder von den Händlern. Die Besucher seien zwar interessiert, doch viele scheuen auch den höheren Preis des Kunsthandwerks, berichtet Cramer. Auch die Weihnachtsmärkte in einem Jahr nur in einem großen Stadtbezirk, im nächsten im anderen zu veranstalten, hält Cramer für wenig realistisch. "Das verwirrt die Leute nur."

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Er sieht auch keinen Verdrängungswettbewerb der Weihnachtsmärkte, der auf Kosten Villingen-Schwenningens gehen könnte: Die beiden, zwei Mal zehn Tage dauernden Veranstaltungen, seien gut besucht und warteten auch immer wieder mit neuen Ständen auf. Er verweist zum Beispiel auf "Bollengut", ein Modelabel, das schwarzwaldtypische Motive auf Kleidung druckt. Sehr zufrieden ist Cramer mit den Wechselhütten, in denen Schüler, Lehrer, Eltern und Vereinsvertreter zum Einsatz kommen. Das sei beinahe schon ein Alleinstellungsmerkmal in Villingen-Schwenningen, solch ein Engagement kenne er jedenfalls aus anderen Städten nicht.