Noch immer spenden Menschen aus der ganzen Region für die Hinterbliebenen des Horror-Unfalls auf der Schwenninger Steig, bei dem am 6. Juli drei Menschen, darunter ein einjähriges Baby, gestorben sind.

Eine Arbeitskollegin eines der Unfallopfer hat die Spendenaktion initiiert und dazu die Caritas ins Boot geholt, damit alles seriös uns solide abläuft. Mehr als 17.000 Euro sind auf dem Konto bei der Caritas eingegangen, dies berichtet Geschäftsführer Michael Stöffelmaier dem SÜDKURIER.

Erster Teilbetrag ausbezahlt 

Jetzt ist ein erster Teilbetrag an eine der betroffenen Familien ausbezahlt worden: Eine Frau, die bei dem Unfall selbst schwer verletzt worden ist, hat jetzt ihren Mann und ihren einjährigen Sohn beerdigt. „Für die Beerdigungskosten haben wir Spendengelder ausbezahlt“, so Stöffelmaier. Die Witwe braucht auch weiterhin Unterstützung, sie sucht aktuell eine neue Wohnung, wohnt übergangsweise bei der Mutter, um ihr Leben neu zu ordnen.

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Etwas schwieriger ist die Lage bei der anderen betroffenen Familie, die aus Bulgarien stammt. Hier saß der Vater mit einer Tochter und einem Sohn im Auto, der 37-Jährige kam bei dem Unfall ums Leben, die beiden Kinder liegen noch immer schwer verletzt in der Klinik in Freiburg. Die Witwe hat den Leichnam ihres Mannes mittlerweile nach Bulgarien überführen und dort beerdigen lassen.

Rechtliche Ansprüche klären

Die Caritas steht hier auch in Kontakt mit dem Jobcenter, um rechtliche Ansprüche zu klären, da die Frau und ihr verstorbener Mann beide hier gearbeitet haben. „Im Moment ist es so, dass der Frau das Spendengeld als Einkommen angerechnet würde“, so Stöffelmaier. Also werde vorerst nichts ausbezahlt, da man ja nicht wolle, dass die Frau Abzüge bekommt.

Offensichtlich hat das Jobcenter die beiden Kinder, die nur zu Besuch aus Bulgarien bei ihren Eltern in Villingen-Schwenningen waren, rückwirkend ab dem 1. Juli krankenversichert. So muss aktuell auch eine Rechnung über einen Krankentransport nicht über die Spenden bezahlt werden.

Im Moment ist die Situation so, dass der Junge auf einen Rollstuhl angewiesen ist und es nicht klar ist, ob er jemals wieder laufen kann. Er soll jetzt direkt in eine Reha-Maßnahme kommen, hier war eben ein Krankentransport notwendig. „Aber klar ist, dass hier viel Geld benötigt wird für eine behindertengerechte Wohnung und weitere Dinge“, so Stöffelmaier.

Bericht des Sachverständigen liegt noch nicht vor

Im Unfallauto, einem Ford Focus, saßen sieben Mitglieder zweier Familien: Der getötete 37-jährige Familienvater und seine zwei schwerverletzten Kinder und eine befreundete Familie, die er nach Hause fahren wollte. Hier starben der 29-jährige Vater und sein einjähriger Sohn, seine Frau überlebte den Unfall schwerverletzt, ein weiteres dreijähriges Kind konnte schon vor einiger Zeit aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Der Unfallverursacher, ein 24-Jähriger, war mit einem BMW mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. Dies hatte die Spurenlage schon direkt nach dem Unfall ergeben. Was aber genau geschehen ist, dass es zu der schreckliche Kollision der zwei Fahrzeuge auf der Schwenninger Steig kommen konnte, untersucht gerade ein Sachverständiger.

Andreas Mathy, bei der Staatsanwaltschaft Konstanz zuständig für die Pressearbeit, berichtet, dass der Bericht des Sachverständigen noch nicht vorliegt: „Der ganze Sachverhalt ist wohl recht komplex, so dauert die Untersuchung länger als angenommen“, berichtet er auf Nachfrage des SÜDKURIER.