Sie hatten es als ein besonderes Konzert angekündigt und sie enttäuschten ihr Publikum nicht: die Musiker des Weilersbacher Musikverein und die Bläserjugend, die am Samstag zum gemeinsamen Konzert eingeladen hatten.

Schon seit Jahren gehen die Weilersbacher neue Wege in der Musik. Wer die Blasmusik ausschließlich in die Zelte von Dorffesten verortet und dabei an bierselige Festzeltatmosphäre denkt, der wird sich verwundert die Augen reiben. Die Blasmusik vieler regionaler Vereine lebt heute von einer Vielfältigkeit, die man den Standard-Klarinettentönen und den Blechblasinstrumenten noch vor Jahren nicht zugetraut hätte. Ein deutliches Zeichen für diese neue, junge Blasmusik setzten am Samstagabend die beiden Orchester aus Weilersbach.

Die Bläserjugend unter der Leitung von Ekkehard Stetter setzte gleich zu Beginn Akzente mit Musik aus den Harry Potter-Filmen. Die Nachwuchsmusiker zeigten mit dem Palladio von Karl Jenkins aber, dass sie auch klassische Töne beherrschen und erfrischten am Schluss noch mit einem bunten Mix aus bekannten Kinderliedern. Für die gelungene Moderation waren mit Lucie Heini und Tim Obergfell ebenfalls junge Stimmen zuständig.

Das Große Orchester des Musikverein Weilersbach, hier stand Lisa Zipfl am Dirigentenpult, startete nach der Pause stimmgewaltig mit der Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdys Ouvertüre for Winds, Oregon von Jacob de Haan. Eine Fantasie für Blasorchester von Kees Vlak folgte und mit einem Medley aus Hits der Gruppe Queen zeigten die Musikerinnen und Musiker eindrucksvoll, dass sich beinahe jedes Genre der Musik in die Blasmusik übertragen lässt. Die beiden Solisten, Simeon Bauer am Bariton Saxophon mit dem Stück Camel Walk, humorvoll vorgetragen im braunen Kaninchenfell, und die Klarinettenkomik von Lena Heini sorgten zusätzlich für Erheiterung und wurden mit viel Beifall bedacht.

In der Pause zwischen den beiden Orchestern gab es dann eine große Ehrung für einen treuen Musiker der Weilersbacher Blasmusikszene. Marion Bauer erzählte aus dem von Musik geprägten Leben des langjährigen ersten Vorsitzenden Peter Schleicher, der anschließend für sein 50-jähriges Engagement für die Blasmusik in Weilersbach geehrt und zum Ehrenvorsitzenden des Vereins gekürt wurde.

Humorvoll erinnerte Marion Bauer sich an den damals erst neuenjährigen Schleicher, der Musiker werden wollte und der es bis heute auf insgesamt 35 Jahre Vorstandsarbeit gebracht hat und erst jüngst zurückgetreten ist, um weiter als ganz normaler Musiker dabei zu sein, wenn es in Weilersbach um Blasmusik geht. Zuvor war Christian Amadio von Thomas Mowius in seiner Eigenschaft als Bezirksvertreter des Verbands mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet worden.

Beide Orchester, die an diesem Abend zeigten, was Blasmusik kann, wurden vom Publikum natürlich nicht ohne Zugabe von der Bühne entlassen. In Weilersbach werden die Töne dieses eindrucksvollen Konzerts sicher noch lange nachhallen.

 

Am Taktstock

Bei der Bläserjugend stand Ekkehard Stetter am Dirigentenpult, für die Moderation sorgten Lucie Heini und Tim Obergfell. Die Leitung beim Großen Orchester hatte Lisa Zipfl. Durch das Programm führten an diesem Abend Martin Braun und Manfred Raufer. (in)