VS-Weilersbach (in) Dies war die letzte Gelegenheit, zumindest in Deutschland, die in jahrelanger liebevoller Arbeit hergestellten Gobelins des jahrelang in Weilersbach wohnhaften Ungarn Ferenc Berta zu bewundern. Am Freitag hatte der Sohn des jetzt im Alter von 86 Jahren verstorbenen gelernten Schneiders Ferenc Berta, Attila Berta, in die Burggaststätte zu einer letzten Ausstellung eingeladen. Der im ungarischen Zalaegerszeg geborene Ferenc Berta, der nach seinem Einsatz als Soldat der deutschen Wehrmacht in belgische Gefangenschaft geriet und nach seiner Flucht vor der Deportation in Kirchdorf am Inn landete, übersiedelte 1966 nach Weilersbach. Hatte der gebürtige Ungar in seiner Heimat noch das Schneiderhandwerk gelernt, so arbeitete er in seiner neuen Heimat in anderen Berufen. Ganz ablassen vom einst Gelernten wollte Berta nie und widmete sich in seiner Freizeit und später als Rentner der anspruchsvollen und aufwändigen Kunst der Gobelinstickerei.

In jahrelanger Kleinarbeit – für die Fertigstellung eines großen Gobelin braucht man mehrere Monate oder auch Jahre – fertigte Berta viele dieser textilen Darstellungen. Sein Interesse galt immer schon der ungarischen Geschichte, weshalb sich diese in vielen Bildern des Künstlers wiederfindet. Eine ganz besondere Herausforderung, sagt Attila Berta, sei für seinen Vater immer wieder gewesen, die vielen verschiedenfarbigen Garne zu finden. Immer wieder besuchte Berta auch seine Heimatstadt in Ungarn, wo schnell eine Künstlergruppe auf ihn und seine Werke aufmerksam wurde. Ausstellungen in Deutschland und in ungarischen Museen folgten und selbst das Fernsehen berichtete über den Textilkünstler. Bertas Gobelins werden künftig in Museen in Budapest und in seiner Heimatstadt Zalaegerszeg zu sehen sein.