Für eine schnelle Bebauung des ehemaligen französischen Kasernengeländes Lyautey in Villingen (zuvor Richthofenkaserne) mit Wohnungen hat jetzt der Technische Ausschuss der Stadt den Weg freigemacht.

Einstimmig billigten die Stadträte einen Erschließungsvertrag mit dem Investor Deutsche Bauwert AG. Der Erschließungsvertrag wurde notwendig, damit der Investor aus Baden-Baden, der auf dem Gelände mehrere hundert neue Wohnungen schaffen will, zeitnah mit dem ersten Bauabschnitt loslegen kann. Denn zuletzt war das gesamte Bebauungskonzept ins Stocken geraten, weil die Erschließung des Kasernengeländes mit neuen Straßen eine ungeplante Wende nahm: Ursprünglich sollte der Kasernenbereich von Norden über das ehemalige Saba-Werksgelände erschlossen werden. Doch dessen Eigentümer, die Immobiliengruppe Richter (Mainz) und der holländische Baukonzern Ten Brinke, sind mit dieser Erschließung viele Monate im Verzug. Darunter leidet der Wohnungsbau der DBA. Diese will daher eine eigene Erschließungsstraße von Süden mit Anschluss an die Kirnacher Straße bauen, und zwar so schnell wie möglich.

Der Bau dieser Straße, den die DBA auf eigene Rechnung bezahlt, muss nun in einem Erschließungsvertrag mit der Stadt beschrieben und geregelt werden. Der Ausschuss stimmte diesem Vertrag einstimmig zu. Damit ist der Weg frei für die DBA, im ersten Bauabschnitt vier würfelartige neue Mehrfamilienhäuser (“City Cubes“) mit insgesamt 80 Eigentumswohnungen zu bauen. Baubeginn soll im ersten Quartal 2020 sein. Die Stadt muss noch den Bebauungsplan ändern. Zum einen wegen der neuen Straße, zum anderen verlagert der Investor den Standort der 20 geplanten Sozialwohnungen, er verzichtet auf eine geplante Lärmschutzwand, außerdem werden 40 Bäume gefällt und 67 neue Bäume gepflanzt.

Stadtrat Andreas Flöß äußerte sein Bedauern, dass die Stadt vor Jahren nicht die Chance genutzt habe, das Gelände selbst zu kaufen. Dann hätte sie kostengünstiges Wohnen ermöglichen können, ein Investor werde immer Rendite rausholen. „Das ist eine vergebene Chance für unsere Stadtentwicklung. Wir müssen zusehen, wie wir künftig mit unseren Ressourcen besser umgehen“, mahnte Flöß.