Das Thema Trinkwasser-Verunreinigung mit Keimen (wir berichteten ausführlich) beschäftigt die Menschen. Auch die SÜDKURIER-Leser haben viele Fragen. Mehrere davon hat die Redaktion an das Gesundheitsamt und die Stadtwerke weitergereicht. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten.

Im Schwenninger Trinkwassernetz, in dem die coliformen Keime festgestellt wurden, werden jährlich 22 routinemäßige Kontrollen durchgeführt. Ist diese Anzahl überhaupt ausreichend?
"Für die Zahl der Kontrollen gibt es gesetzliche Grundlagen. Danach wird gehandelt", erklärt dazu Tatjana Ritter, die fürs Trink- und Badewasser zuständige Ärztin beim Gesundheitsamt Schwarzwald-Baar. Die Zahl der Kontrollen sei in der staatlichen Trinkwasserverordnung festgelegt und hänge davon ab, wie viel Wasser die Stadtwerke im Netzbereich an Kunden abgeben."Die Zahl der Kontrollen reicht völlig aus", betont die Ärztin.

Um welche Art der coliformen Bakterien handelt es sich? Laut einer Veröffentlichung des Bundesumweltamtes gibt es drei Klassen, die unterschiedlich gefährlich sein können?
Die genau Differenzierung der gefunden Keime sei noch nicht abgeschlossen, berichtet Tatjana Ritter.
Aber unabhängig von der Klassifizierung könne man feststellen: "Es besteht für einen gesunden Menschen gleich welchen Alters keine akute Gesundheitsgefahr durch diese Keime." Und: Bei den Kontrollen seien nur "sehr wenige Keime" gefunden worden.

Wie viele Haushalte sind vom Abkoch-Gebot des Trinkwassers betroffen?
Laut Stadtwerke rund 26 000 Haushalte, die im Bereich des Wasserleitungsnetzes von Schwenningen angeschlossen sind. Die Stadtwerke haben die Liste ergänzt. Auf der Internetseite der Stadtwerke sind alle betroffenen Stadtbereiche aufgeführt. Villingen ist in Randbereichen betroffen. Diese Gebiete sind in der Auflistung detailgenau nach Straßenzügen benannt (www.svs-energie.de/wasser).

Birgt die geplante dauerhafte Chlorierung des Wassers ab 2018 gesundheitliche Gefahren? Gibt es dazu Alternativen?
Nein, die Chlorierung ist unbedenklich, betont Tatjana Ritter. Das heißt, die Zufügung von Chlor "ist so gering, dass man es lebenslang ohne Gefahr trinken kann". Sie liegt weit unter der Konzentration von der Chlormenge in einem Hallen- oder Freibad. Nach Feststellung der Stadtwerke ist diese Konzentration auch beim Trinken nicht zu schmecken. Schon jetzt ist das Trinkwasser zum Teil chloriert: Zum einen durch das dem heimischen Wasser beigemischte Bodenseewasser, das bis zu 70 Prozent ausmachen kann.
Aber auch die Wieselsbachquelle bei Pfaffenweiler wird leicht chloriert, weil sie mitten in der Natur liegt und dort Verunreinigungen vorkommen können. Mögliche Alternativen zum Chlor sind die Ozonierung und UV-Bestrahlung des Wassers. Allerdings ermöglicht Chlor nach Auskunft der Stadtwerke die nachhaltigste Desinfektion.

Wohin können sich Bürger mit Fragen wenden?
Viele Fragen werden auf der Internetseite der Stadtwerke beantwortet. Für Rückfragen hat die SVS ein Sondertelefon eingerichtet. Dieses ist täglich, auch samstags und sonntags, von 7 bis 20 Uhr (Tel. 07721-4050 4994) erreichbar.