Der Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik hat sich zum wiederholten Mal mit der gefährlichen Stumpenkreuzung beschäftigt. Eine konsensfähige schnelle Lösung ist nur eine in Sicht: die Sperrung der Gemeindeverbindungsstraße nach Weilersbach. Doch mit solcher einer Entscheidung, die die Stadt treffen müsste, scheint ein erneuter Streit vorprogrammiert.

  • Warum ist die Stumpenkreuzung an der Kreisstraße so gefährlich?Das liegt größtenteils an den Autofahrern, die aus Obereschach kommen, die Stoppstelle überfahren, um auf die kleine Gemeindeverbindungsstraße direkt nach Weilersbach zu gelangen. Von den 14 Unfällen der vergangenen Jahre verliefen elf nach diesem Muster. Möglicherweise sind dabei auch die Autofahrer aus Richtung Villingen zu schnell unterwegs. Daher wird nun seit vielen Jahren ein Kreisverkehr vorgeschlagen und auch von der Polizeidirektion empfohlen. Der schwere Unfall am 4. März mit einem Schwer- und drei Leichtverletzten befeuerte die Debatte wieder.
  • Was wurde im Kreistagsausschuss konkret beschlossen?Am Mittwoch eigentlich nur die Planung eines Kreisverkehrs. Ob der aber je kommt, ist völlig offen, weil darüber bei den Haushaltsplanberatungen für 2019 im Kreistag noch einmal abgestimmt werden muss. Und dann wurde die Schließung der Gemeindeverbindungsstraße nach Weilersbach empfohlen, was aber die Stadtverwaltung VS in die Wege leiten muss.
  • Was sagt denn die Stadtverwaltung der Doppelstadt zu dem Thema? Bisher wurde eine Schließung der Gemeindeverbindungsstraße abgelehnt. Rein rechtlich könnte das Bürgeramt VS die Sperrung selbst anordnen, wie dessen Leiter Ralf Glück nach der Sitzung auf Anfrage mitteilte. Weil es aber ein politisch sensibles Thema sei, werde die Verwaltung die Problematik aller Voraussicht nach auf die Tagesordnung des Gemeinderats VS setzen lassen. Erst nach einer positiven Entscheidung könnte die Sperrung umgesetzt werden.
  • Was meinen die Weilersbacher zu einer möglichen Sperrung?Sie sind strikt dagegen, was Ortsvorsteherin Silke Lorke auch noch einmal im Kreishaus deutlich machte. Die Weilersbacher befürchten eine wesentlich stärkere Belastung von zwei Innerortsverbindungen, der Straße zur Zolltafel und der Wilhelm-Becker-Straße. Auch den Zweistufenplan – zuerst die Sperrung, dann der Bau des Kreisels – sieht Lorke skeptisch. Wenn er so vollständig käme, würden wir dem wohl zustimmen, meinte sie nach der Sitzung. Doch sie befürchtet etwas anderes: Erst werde die Straße gesperrt, dann gehen die Unfallzahlen zurück und dann werde der Kreisverkehr nicht mehr gebaut.
  • Wie kam die Stumpenkreuzung zu ihrem ungewöhnlichen Namen?Damit hat sich der Flurnamensforscher Peter Löffelad beschäftigt. Sein Beitrag wird im Jubiläumsbuch 750 Jahre Obereschach publiziert, das 2019 erscheinen wird und den uns in Ausschnitten das städtische Archiv zur Verfügung stellt: Der so genannte Stumpen liegt auf einer markanten Anhöhe auf der südöstlichen Gemarkungsgrenze gegen Weilersbach und Nordstetten; der Grenzverlauf mache an dieser Stelle eine auffällige Ausbuchtung. Der Flurname komme zweifellos von Stump, Stumpe, der Bezeichnung für ein stumpfes Ende; worauf sich dies nun direkt beziehe, sei jedoch nicht ganz klar. Die heutige Stumpenstraße (und damit die -kreuzung) wurde nach dem Flurnamen benannt.