Oberbürgermeister Jürgen Roth macht seinem neuen Spitznamen „Asphalt-Cowboy“ alle Ehre. Überraschend lässt er nächste Woche auch die marode Sebastian-Kneipp-Straße in Villingen kurzerhand mit Dünnschichtasphalt belegen. Diese war dafür gar nicht vorgesehen. Macht dieser spontane Coup aber Sinn? Immerhin ist die Schlaglochpiste laut Gemeinderatsbeschluss bereits in einem Jahr für eine kostspielige Generalsanierung eingeplant. Verschwendung von Steuergeldern also? Mitnichten! Denn die Sebastian-Kneipp-Straße ist inzwischen derart desolat, dass akuter Handlungsbedarf besteht. Selbst Tempo 30, von der Stadt vor einigen Jahren wegen Straßenschäden hier verordnet, ist auf dieser Kraterpiste längst unverantwortliche Raserei. Wer das riskiert, muss am Wagen Schäden an Federung und Fahrwerk fürchten. Zahlreiche Autofahrer meiden die Straße mittlerweile vollständig. OB Roths Spontanaktion ist daher sinnvoll und clever: Die Maschinen für die Dünnschicht-Asphalt-Verfahren werden derzeit von einer Fachfirma ohnehin in der Stadt eingesetzt, sind also kurzfristig verfügbar. Der finanzielle Mehraufwand ist indes sehr bescheiden. Und wer weiss: Vielleicht hält die Schnellreparatur noch ein Jahr länger. Dann kann der Gemeinderat mit der teueren Generalsanierung noch ein bisschen zuwarten.