Wer mit dem Flugzeug nachts über das Oberzentrum fliegt, kann es offenbar klar und deutlich sehen: Villingen-Schwenningen ist bundesweit die erste Stadt in ihrer Größenordnung, die ihre Straßenbeleuchtung vollständig auf umweltfreundliche LED-Leuchten umgestellt hat.

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Der bisherige orangefarbene Schein der Straßenbeleuchtung, so berichten die Stadtwerke, sei jetzt völlig verschwunden. Weniger „Lichtverschmutzung“ also, was gut sein soll für die Tierwelt. Doch auch die Menschen profitieren: Künftig spart die Stadt 70 Prozent ihrer Stromkosten aus der Straßenbeleuchtung und des CO2-Ausstoßes ein.

Innerhalb von nur zwei Jahren haben es die Stadtwerke Villingen-Schwenningen im Auftrag der Stadt geschafft, sämliche 13 400 Straßenleuchten in der Doppelstadt auf LED-Technologie umzurüsten. Das ist bisher nur kleineren Gemeinden und Kleinstädten gelungen. Insofern ist VS ein bundesweiter Vorreiter unter den größeren Kommunen.

Die Pläne waren ambitioniert. Doch dass die aufwändige Umstellung so problemlos geklappt hat, dass es zu keinen zeitlichen Verzögerungen während der Umrüstung aller Straßenleuchten in VS auf LED-Technologie kam, das freut nun alle Beteiligten umso mehr. Vor wenigen Tagen, Ende Juni, wurde das LED-Projekt, das die SVS konzeptioniert und umgesetzt hat, erfolgreich abgeschlossen sein. „Wir sind absolut zufrieden mit dem Verlauf! Es ist während der knapp zweijährigen Projektzeit alles nach Plan verlaufen. Wir konnten den eng getakteten Zeitplan einhalten“, sagt Projektentwickler Kai-Uwe Huonker auf SÜDKURIER-Anfrage.

Das bedeutet: Ab sofort leuchtet Villingen-Schwenningen energieeffizient und die Stadt spart 70 Prozent der Stromkosten ein. Eingespart werden jährlich 700 000 Euro, Geld, das nun für andere Projekte der Stadt zur Verfügung stehen. Außerdem, so teilt der Energieversorger mit, kann die Stadt mit dieser Umrüstung bei der Straßenbeleuchtung künftig 70 Prozent des Umweltgases CO2 einsparen und leistet damit einen Beitrag zum Klimaschutz.

Rund 4,6 Millionen Euro hat die Umstellung gekostet. Das Bundesumweltministerium hat das Projekt mit 800 000 Euro gefördert. Bereits nach fünf Jahren wird sich die Investition damit amortisieren. Nach Feststellung der SVS-Lichtexperten sind die neuen Leuchten wartungsfreundlicher, haben eine deutlich höhere Lebensdauer, streuen das Licht präziser, wodurch der orangefarbene Schein über der Stadt verschwunden ist, und wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge umweltfreundlicher für die heimische Tierwelt.

Die Zahl der Straßenlaternen blieb im Zuge der Umrüstung in vollem Umfang bestehen, es wurden keine Lichtpunkte versetzt oder entfernt. In einem nächsten Schritt soll nun die Beleuchtung der Fußgängerüberwege „(Zebrastreifen“) sowie die Turm- und Torbeleuchtungen in der historischen Villinger Innenstadt individuell auf LED angepasst werden. Außerdem stehen noch als Projekte der Beleuchtungsabteilung die Fortführung der Ringmauerbeleuchtung sowie die Illuminierung des Muslenplatzes im Zuge der Sanierung an. Dieses Projekt wird voraussichtlich 2020 umgesetzt. Dann leuchten alle öffentlichen Lichter in VS energieeffizient.