Klaus Dold aus Villingen wurde auf das Thema aufmerksam, als er vor einigen Jahren nach der Benutzung eines schnurlosen DECT-Telefones eine Minderung seines Hörvermögens bemerkte. Danach befasste er sich intensiver mit der Thematik. Heute sagt er: "Wir müssen versuchen, die Strahlenbelastung so klein wie möglich zu halten."

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Aus diesem Grund hat er auch eine Unterschriftenaktion gegen das kostenlose WLAN-Netz in Villingen-Schwenningen ins Leben gerufen. Diese in Straßenlaternen eingebauten Sendeeinheiten würden 24 Stunden am Tag im Bereich seines Wohn- und Arbeitsplatzes strahlen, das will und könne er nicht hinnehmen. Er selbst hat in seiner Praxis und in seiner Wohnung in der Rietstraße auf WLAN-Netze verzichtet, seine Telefone sind stationär, Internet-Anschlüsse wurden über Kabel verlegt.

Es gebe mittlerweile zahlreiche Studien, die eine Auswirkung von Handy- und WLAN-Strahlung auf den menschlichen Organismus belegen. Demnach gebe es Hinweise, dass die Strahlung zum Beispiel Krebs, Schlaf- und Aufmerksamkeitsstörungen verursachen könne. Auch einen Einfluss auf die Zellkommunikation sei belegt. Häufig könnten gesundheitliche Probleme aber nicht exakt dieser einen Ursache zugeordnet werden. Das sei wie bei Lärm und Feinstaub. "Mobilfunk-Strahlung ist wie ein schleichendes Gift", sagt der 55-Jährige. Man könne es mit einem Sonnenbrand vergleichen. Die Folgen könnten erst viele Jahre später sichtbar werden. Einige Studienergebnisse zu den Gefahren der WLAN-Strahlung hat der Verein Diagnose Funk auf dieser Seite aufgelistet. Auch der Bund Naturschutz befasst sich mit dem Thema Mobilfunk und fordert, dass der neue 5G-Standard vor der Einführung erst einmal genau untersucht wird. Auf der BUND-Internetseite gibt es zahlreiche Informationen zum Thema sowie Tipps zum Umgang mit elektronischen Geräten, zum Beispiel auch WLAN.

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Als Messgröße der Strahlenbelastung dient die sogenannte spezifische Absorptionsrate, kurz SAR. Dieser Wert gibt an, wie viel Strahlungsleistung vom menschlichen Körpergewebe in einer Situation aufgenommen wird. Die Absorptionsrate wird als Leistung pro Masse (Watt pro Kilogramm) angegeben. Handys liegen durchschnittlich bei einem Watt pro Kilogramm. WLAN-Router und -Geräte haben meist einen SAR-Wert zwischen 0,1 bis 0,4. Dieser Wert sinkt, umso weiter man sich vom Router entfernt. Im Vergleich mit einem Smartphone, das sich meist in Körpernähe befindet, sind WLAN-Geräte demnach vergleichsweise strahlungsarm. Ein Informationsschreiben des Bundesamtes für Strahlenschutz erklärt die WLAN- und Bluetooth-Technik und gibt Tipps für Anwender.

"Aber auch geringe Werte, unterhalb der Grenzwerte, können schon Auswirkungen haben", gibt Dold zu bedenken. Zu diesem Schluss sei ein Studienüberblick in der Zeitschrift „Umwelt – Medizin – Gesellschaft“ gekommen. Auch bei seiner Arbeit als Mediziner treffe er immer wieder auf Folgen von Mobilfunkstrahlung. Ein Kind, welches unter Schlafstörungen gelitten habe, soll im Krankenhaus plötzlich gut normal geschlafen haben. Nachdem die Strahlenbelastung zuhause verbessert wurde, waren auch dort die Probleme verschwunden.

Dold blickt auch mit Sorge auf die sozialen Folgen durch die Handynutzung. Seiner Meinung nach werde das Familienleben gestört, wenn Kinder, oder auch Erwachsene ständig auf die Bildschirme starren und nicht mehr direkt miteinander kommunizieren. Die ständige Erreichbarkeit fördere die Nervosität und verursache psychische Krankheitsbilder bis hin zur Internetsucht. "Es ist heute eine Qualität, auch einmal nicht erreichbar zu sein", sagt Dold.

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Dold wird bei seiner Initiative unterstützt von seiner Lebensgefährtin Carolin Kubicki, die als Heilpraktikerin und Musiktherapeutin arbeitet. Sie ist sich sicher, dass Funkwellen Einfluss auf unseren Körper haben. Sie selbst nutzt bei der Therapie die Schallwellen der Musik, um ihren Patienten zu helfen. Sie weist darauf hin, dass zum Beispiel auch Bienen von der Strahlung beeinflusst werden können. Einige Studien würden darauf hindeuten, wie der Verein Diagnose Funk auf dieser Seite zusammengefasst hat.

Um die Strahlenbelastung zu reduzieren, gibt Klaus Dold folgende Tipps:

  • Den Glasfaserausbau vorantreiben
  • Beim Telefonieren mit dem Handy ein Headset nutzen oder das Telefonat über Lautsprecher führen
  • Häufiger das Festnetztelefon nutzen
  • Den WLAN-Router nachts ausschalten
  • Handys nicht direkt am Körper oder in der Hosentasche tragen

 

Anmerkung der Redaktion: Die in diesem Artikel verlinkten Studien und Internetseiten dienen als Hintergrund zur Sichtweise von Klaus Dold und Carolin Kubicki. Es gibt jedoch auch zahlreiche Studien, die zu anderen Ergebnissen kommen. Die Wirkung von Mobilfunkstrahlung auf Mensch und Natur ist unter Wissenschaftlern umstritten.

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