Keine Extrawurst für die Warenbergschule: Einstimmig hat der Verwaltungssausschuss das Ansinnen der Schule abgelehnt, die Betreuungszeit im Rahmen der Verlässlichen Grundschule auszuweiten. Die Schüler werden von sieben Uhr bis 8.30 Uhr und von zwölf bis 13 Uhr an den Halbtagesschulen der Stadt betreut. Jetzt wollen die Eltern an der Warenbergschule immer dienstags eine zusätzliche Betreuungsstunde von 13 bis 14 Uhr. Hintergrund: Der Nachmittagsunterricht beginnt um 14 Uhr und so haben diese Schüler eine Stunde Leerlauf, wo sie nicht betreut werden, die Zeit aber auch knapp ist, um nach Hause zu gehen. Die Stadträte zeigten wenig Verständnis für diese Anfrage. Auch die Verwaltung sieht eine Einzelfallentscheidung kritisch, wie Stefan Assfalg, Leiter des Amtes für Jugend, Bildung, Integration und Sport klar formulierte.

Hans-Joachim von Mirbach, Fraktionschef der Grünen, erklärte: "Die Schule hat dafür zu sorgen, dass nicht solche Löcher entstehen." Er fragte kritisch nach, warum Drittklässler Nachmittagsunterricht haben müssen, diese Stunden sollten einfach am Vormittag integriert werden. Dies sei allerdings schwierig, so Rektorin Ilka Kreilinger. Bei 27 Wochenstunden könnte nicht alles am Vormittag stattfinden. Mittlerweile nehmen 80 Kinder das Angebot Verlässliche Grundschule in Anspruch. Hinter dem Antrag stecke auch der Wunsch der Eltern, an einem Nachmittag arbeiten zu können und das Kind versorgt zu wissen. Frank Banse von der SPD erklärte, er könne das Anliegen der Eltern verstehen, das sei sicher berechtigt: "Aber wie gehen wir dann mit den anderen Schulen um, da gibt es ja diesen Bedarf sicher auch." Auch von Katharina Hirt (CDU) kam der Vorschlag, den Stundenplan umzustrukturieren und die Eltern so zu entlasten. Im neuen Schuljahr könne der Stundenplan ja schon wieder ganz anders ausssehen. Renate Breuning wollte wissen, warum die Kinder nicht, wie an anderen Schulen auch, einfach an zwei Tagen bis 13 Uhr unterrichtet werden.

Stefan Assfalg betonte, dass er das Ansinnen der Eltern politisch abstimmen lassen wollte: "Es ist schon ein Thema, wie wir mit der Bedarfslage an den Halbtagesschulen umgehen." Klar sei, die Sorgen der Eltern in diesem Bereich werden drängender, die Betreuung wird immer stärker nachgefragt. Die Verwaltung lehne den Antrag ab, weil mit dieser Ausnahme ein ganzes System zusammenbrechen würde. Gebührenordnung, personelle Ausstattung und Stundenumfang sind Teil eines standardisierten Konzeptes. Ein ganz wichtiger Baustein ist die Vertretungsregelung, die nur funktioniere, weil an allen Schulen die gleichen Bedingungen herrschen. "Schert eine Schule aus, klappt das nicht mehr", so Assfalg.