Schlagabtausch im Ausschuss für Umwelt und Technik im Kreistag: Dort beantragten die Freien Wähler am heutigen Montag, die gefährliche Stumpenkreuzung zwischen Obereschach, Weilersbach, Nordstetten und Kappel durch den Neubau eines Kreisels zu entschärfen. Landrat Sven Hinterseh versprach, über Maßnahmen für die "bestbeschilderte Kreuzung" in der nächsten Ausschusssitzung abstimmen zu lassen. Bereits im September 2016 hatte der Ausschuss die Investition abgelehnt.

Das Thema kochte wieder hoch, nachdem es am Sonntag vor einer Woche erneut zu einem schweren Unfall mit vier Verletzten gekommen war. Ob allerdings der neue Anlauf eine Mehrheit findet und damit schnell für mehr Sicherheit gesorgt werden kann, ließ zumindest Tuningens Bürgermeister und CDU-Fraktionssprecher Jürgen Roth offen. Er machte der Stadt Villingen-Schwenningen den Vorwurf, bisher nicht genug für die Entschärfung getan zu haben und spielte damit offensichtlich auf den Aufbau eines stationären Blitzers an, den die CDU bereits vor 1,5 Jahren gefordert hatte. Bis auf die Beschilderung habe Villingen-Schwenningen "keinen Jota" getan, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Nur die Ortsvorsteherin habe gesagt, dass die Verbindung nach Weilersbach nicht gesperrt werden solle. Zur nächsten Sitzung solle ein Vertreter der Doppelstadt eingeladen werden, um darzulegen, was geprüft, was verworfen und was letztendlich projektiert wurde. Der CDU-Mann betonte, dass sich die Unfallverursacher nicht an die Straßenverkehrsordnung halten würden. Das sei, als ob man bei Rot über die Ampel fahre – da könne auch nicht jedes Mal ein Kreisverkehr gebaut werden.

Zuvor hatte der Freie Wähler-Kreisrat Ernst Reiser den Vorstoß in die Wege geleitet. Hintergrund: Alles, was an der Stumpenkreuzung ausprobiert wurde, "hat nichts gebracht". Damit ergebe sich eine neue Situation. Bereits einmal, bei der Sanierung der Straße aus Obereschach, habe die Stadt an dieser Stelle einen Kreisverkehr als die beste Lösung favorisiert. Bertold Ummenhofer (Freie Wähler) sprach von "Riesensorgen innerhalb der Bevölkerung". Nach seinem Leserbrief im SÜDKURIER hätten bei ihm viele Bürger angerufen und ihn in seinem Kampf für einen Kreisel bestärkt. Er verglich das mit Investitionen in den Brandschutz: Warum geben Stadt und Kreis da so viel aus? Weil man nicht wolle, dass etwas passiere. Deshalb sei der Bau eines Kreisverkehrs an der Stumpenkreuzung notwendig, um weitere Unfälle zu verhindern.

 

Die Kosten

2016 hätte der Kreis 250 000 Euro investieren müssen, die Stadt rund 70 000 Euro. Das lehnte mit klarer Mehrheit der Kreistagsausschuss ab. Nun soll nach dem Willen der Freien Wähler erneut debattiert werden – die Fraktion befürchtet auch, dass auf die Straßenverkehrsbehörden Haftungsfragen zukämen, wenn nicht bald etwa getan werde.