Bei Abschiedsreden müssen sich verdiente Menschen manchmal tolle Lobeshymnen anhören, manchmal auch kuriose Vergleiche. So erging es auch Oberbürgermeister Rupert Kubon in seiner letzten Gemeinderatsitzung am Mittwoch. Da wurde der Sozialdemokrat Kubon von seinem Parteifreund Edgar Schurr mit einem Vierbeiner verglichen. Das war allerdings gut gemeint. Schurr sagte zu Kubon: "Deinen Tatendrang, ja, auch deinen unermüdlichen Fleiß habe ich immer bewundert und geschätzt. Ich attestiere dir Charakterzüge eines Terriers, da ja bekannt dafür ist, das er nicht nur zäh ist, sondern sich auch festbeißen kann." Das Stadtoberhaupt nahm den tierischen Vergleich mit stoischer Ruhe und einem freundlichen Grinsen zur Kenntnis.

Anders machte es später Frank Bonath, der seine rhetorischen Anleihen aus Bibel zog. "Alles hat seine Zeit", kommentierte der Liberale den Rückzug Kubons vom Oberbürgermeisteramt in sein angestrebtes neues Amt als katholischer Diakon. "Ihr übermenschlicher Einsatz und Fleiß hat Spuren hinterlassen und das politische VS wird sich oft an Sie erinnern und Anekdoten über Sie erzählen – und ich bin mir sehr sicher, die werden von Jahr zu Jahr besser und der Rückschau sehr positiv", prophezeite Bonath. Als Diakon in spe wisse Kubon um das "tiefste spirituelle Geheimnis aller Weltreligionen: Altes muss vergehen, dass Neues entstehen kann." In diesem Sinne wünschte er Kubon "einen wunderbaren göttlichen Neubeginn". Wir wissen es nicht, aber ahnen, dass Kubon diese gottvolle Würdigung mehr erwärmt haben dürfte als die Metapher vom Terrier.