Die Villinger Hexenzunft begeht dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Das ist ein Grund zum Feiern, und dies tut die grün-rote Hexenschar ausgiebig mit einem vielfältigen Programm das ganze Jahr hindurch. Viel Zeit zum Atemholen dürfte dabei nicht bleiben. Die Hexen können auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken: Von neun Gründungsmitgliedern auf jetzt knapp 1400, von einem anfangs belächelten "wilden Haufen" zu einem anerkannten Fastnachtsverein. Darüber freute sich Zunftmeister Meik Gildner, der vor der Presse das Jubiläumsprogramm mit zwei Hauptprojekten, einem Buch und der CD, skizzierte.

Das Buch

Ausdrücklich auch nur das Buch genannt präsentiert es 50 Jahre Villinger Hexen-Historie nicht als Chronik. Autor Uwe Vögtlin, der sich ursprünglich um ein Archiv kümmern sollte, sammelte eine Vielzahl von einzigartigen Bildern, Zeitzeugnissen und Erinnerungen ein. Er machte daraus ein Lesebuch, das aus einer persönlichen Perspektive die Geschichte des Vereins erzählt. So konnte er noch mit zwei Gründungsmitgliedern sprechen: der 92-jährigen Lisa Kammerer sowie Günter Nopper, der vergangenes Jahr verstarb. Vögtlin fand das Gründungsprotokoll – auch das wird im Buch präsentiert. Es kostet 24,90 Euro, wird beim Gala-Abend am 25. Januar, der allerdings nur von geladenen Gästen besucht werden kann, präsentiert. Am 26. Januar kommt das Werk in den freien Verkauf, ist dann bei der Buchhaltestelle in der Brunnenstraße und im Fanshop der Hexenzunft erhältlich.

Die CD

Auch die CD (Kosten 12,90 Euro) sowie dem Ansteck-Pin für vier Euro kommen am 26. Januar in den Handel. Die CD wurde auch auf ausdrücklichen Wunsch vieler Mitglieder aufgenommen, wie Markus Hess, neben Carsten Dörr, Michael Albiker und Robert Herrmann einer der Musiker der Hexenband, berichtete. Darauf zu hören ist das 2015 von Carsten Dörr geschrieben Hexenlied, aber auch das erste Hexenlied von Karl Bösinger aus dem Jahr 1972. Die historische Aufnahme, die noch auf einer Spule vorlag, wurde ebenfalls auf die CD gebrannt, insgesamt neun Lieder sind darauf versammelt und sollen jetzt auch während der fünften Jahreszeit im Hexenstüble zu hören sein.

Die Abzeichen

Nicht nur auf dem vereinseigenen Ansteck-Pin sind die Hexen dieses Jahr verewigt, sondern auch auf dem Fastnachtsabzeichen der Zuggesellschaft. Darüber freut sich der Verein sehr, wie Griffelspitzerin Isabel Kratt ausführte, zeigt sich damit doch auch die Wertschätzung, die der Fastnachtsverein inzwischen genießt. Die Pins dürfen die Hexen übrigens nicht an ihren Häsern befestigen, höchstens an der Mütze. Da gelten strenge Regeln, die auch beim Jubiläum nicht außer Kraft gesetzt werden.

Weitere Projekte

Im Jubiläumsjahr wurde das Nachbargebäude, die Turmgasse 12, gekauft, berichtete Tobias Kratt. Derzeit wird das Erdgeschoss als Lager genutzt, künftig möchte der Verein in dem Gebäude eine Dauerausstellung einrichten, wie Meik Gildner erläuterte. Definitiv werde dort kein weiterer Veranstaltungsraum eröffnet, der bleibe im bisherigen Hexenstüble. Ab dem 22. Januar kann die Hexenzunft in der Schalterhalle der Sparkasse Schwarzwald-Baar eine Jubiläumsausstellung zeigen, die maßgeblich mit von Ehrenzunftmeister Peter Kirchner gestaltet wurde. Neben dem Gala-Abend am 25. Januar gestaltet der Verein am 2. November einen Jubiläumsabend für seine Mitglieder. Die beiden Hexenbälle, an denen auf und hinter der Bühne zwischen 150 und 180 Akteure mitwirken, sind bereits ausverkauft. Sie tragen dieses Jahr das zum 50. Jahr passende Motto "Der Zahn der Zeit".

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