Dass die bisherige Internetanbindung im Gebiet Vockenhausen nicht ausreichend ist, das konnte Jochen Cabanis den Bürgern bei einem Infoabend schnell klarmachen. Viele Betroffene aus dem Gebeit waren zu der Veranstaltung in der Straßenmeisterei gekommen. Der Leiter der Stabsstelle Breitband der Stadt Villingen-Schwenningen, Bernd Bichl, und Zweckverbandsgeschäftsführer Jochen Cabanis gaben an diesem Abend Einblicke in die Glasfasertechnik, den Ausbau zum Hausanschluss und die Kosten.

"Noch in diesem Jahr können die Kunden die Vorteile des Glasfaseranschlusses nutzen", versprach Cabanis, der in erster Linie über die neue Technik ins Bild setzte – wenn die Bürger sich auch für den neuen Anschluss entscheiden. Doch in diesem Punkt habe Vockenhausen einen großen Vorteil: Es ist viel Gewerbe ansässig und es bestehe ein öffentliches Interesse, Gewerbetreibende mit der modernen Technik zu versorgen, so der Geschäftsführer. Wenn in anderen Gemeinden Mindestbeteiligungen gefordert werden, so gelte das nicht für Vockenhausen als sogenanntes Mischgebiet. Und so war auch der Tenor der versammelten Vockenhausener Bürger durchweg positiv.

"50 Mbts für jeden Büger", erinnerte Cabanis an das Versprechen von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Untermauert mit Zahlen, machte er darauf aufmerksam, wie weit Deutschland von diesem Ziel entfernt sei. Im Vergleich mit den Ländern der EU rangiere man immer noch am Ende. Der Bedarf an Informationstechnologie schreite immer weiter voran, was aber nicht nur für Industrie und Gewerbe gelte, sondern auch für die privaten Haushalte. Modernste HD-Fernsehtechnik brauche Datenmengen, die heute schon konventionelle Kupferleitungen überfordere. Vernetzte Haustechnik, Internetstreaming und Videotelefonie seien von schwankenden Leistungen der Datenversorger nicht mehr zu bewältigen.

Da viele Betriebe inzwischen ihren Mitarbeitern Homeoffice möglich machen, gehe das nur, wenn zu Hause auch genügend Datenkapazitäten für den Laptop bereitstehen. Und da schließe sich der Kreis. Privathaushalte seien genauso an Glasfaser interessiert wie die Betriebe, da die moderne Glasfasertechnik ausbaufähig sei und hundertfach höhere Datenmengen als 50 MBts pro Sekunde in Lichtgeschwindigkeit und ohne Übertragungsverluste von A nach B transportieren könne. Schnelles Internet im Privathaushalt wie im Betrieb sei auf jeden Fall ein Standortvorteil für Unternehmer genauso wie etwa für Vermieter, betonte Cabanis.

Während in anderen Gemeinden ein fester Betrag für die Anschlussgebühren zu entrichten sei, werde man in Vockenhausen mit öffentlichen Mitteln bis zur Grundstücksgrenze finanzieren. Ab der Grundstücksgrenze bis zum Haus und ins Haus hinein müsse dann jeder einzelne Kunde bezahlen. "Das ist gerechter", befand der Geschäftsführer des Zweckverbandes, denn keiner bezahle gern gern für den Nachbarn mit, wenn dieser sehr viel längere Anschlusswege habe, was wohl in Vockenhausen öfter vorkomme. Außerdem müsse man unterschiedliche Bodenverhältnisse berücksichtigen. Da sehr viel Eigenleistung möglich sei, könne jeder Einzelne seine Kosten gehörig drücken, erklärte der Geschäftsführer des Zweckverbandes.

Eindrücklich zeigte Cabanis, wie rasant das Schwarzwald-Baar-Glasfasernetz gewachsen ist, seit 2016 Schonach als erste Gemeinde ans schnelle Netz ging. Das sei aber auch überfällig und unbedingt erforderlich, weil sich von Jahr zu Jahr die Datenmenge im Netz jeweilig verdoppele, hieß es von Cabanis. In der anschließenden Fragerunde ging es vor allem um Betriebskosten, die Hotline und auch um die Versorgungsicherheit bei bestehenden vielfältigen Leitungen im Haus.
 

Technik mit Zukunft

FTTB bedeutet Fiber To The Building (Faser bis ans Gebäude). Glasfaser nach heutigem Standard kann Giga-Bits von Datenmengen pro Sekunde transportieren. Die Zukunftsfähigkeit dieser Technik wird auf mindestens 40 Jahre geschätzt.

Der Netzbetreiber sei für sieben Jahre an die heutigen Gebühren von rund 50 Euro für Telefonie, Internet und Fernsehen zusammen etwa für den normalen Bedarf eines Privathaushalts vertraglich gebunden mit einer Option auf Verlängerung. Der Anschluss selbst könne bei Eigenleistung unter 1000 Euro liegen. Kündigen solle immer der neue Betreiber, so dass die alten Telefonnummern in den neuen Vertrag übernommen werden können.