VS-Villingen – Autofahrer müssen sich in Villingen weiter in Geduld üben. Die Richthofenstraße bleibt zwischen der Einmündung der Waldstraße bis zur Kreuzung Kirnacher Straße weitere drei bis vier Wochen voll für den Verkehr gesperrt. Dies gaben Bauamtsleiter Franz-Josef Holzmüller und Tobias Rau vom Ingenieurbüro Kirn am Montag bei einem Baustellenrundgang mit dem SÜDKURIER bekannt.

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Im April wurde eine erste zweimonatige Verzögerung sowie eine Kostensteigerung mitgeteilt. Vor zwei Wochen ging die Stadtverwaltung noch davon aus, dass die wichtige Verkehrsader Ende Juli wieder befahrbar sei. Nun steht die Verzögerung fest. Die gute Nachricht: Die Kosten sollen laut Holzmüller nicht erneut steigen.

  • Was gemacht wird: Der Grund für die Bauarbeiten, die im November 2017 begannen, ist der Bau eines großen Kanalrohres, welches das Regenwasser vom Baugebiet Welvert zur Brigach leitet.
    1,5 Meter Durchmesser: So mündet der neue Regenwasserkanal in die Brigach.
    1,5 Meter Durchmesser: So mündet der neue Regenwasserkanal in die Brigach. | Bild: Fröhlich, Jens
    Bislang mündete es zusammen mit dem Abwasser in der Kläranlage. Diese soll durch den Neubau entlastet werden. An diese neue Leitung werden später auch die Kasernengelände Mangin und Lyautey angeschlossen.
    Video: Jens Fröhlich
    Die Bauarbeiten sind Teil der Erschließung dieser Gebiete und Grundlage für die künftige Nutzung. Neu gebaut wird auch ein Abfluss für das Oberflächenwasser der Richthofenstraße selbst, welches nicht ungeklärt in die Brigach fließen darf. Die Stadtwerke VS haben sich den Bauarbeiten angeschlossen und parallel alle Gas- und Wasserleitungen in diesem Bereich saniert.
  • Abwasserleitung: Das neue Regenwasserrohr ist rund 230 Meter lang und verläuft von einem Schacht auf dem Lyautey-Gelände bei der Brücke bis zum Brigachufer nach der Einmündung der Waldstraße. Dort ist das riesige 1,5 Meter breite Rohr kaum zu übersehen.
    Video: Jens Fröhlich
    Der Graben, um die gewaltigen Bauteile aus glasfaserverstärktem Kunststoff zu verlegen, musste fast fünf Meter tief ausgehoben werden. Eine Gashauptleitung wurde vom Mangin-Gelände bei der Brücke unter die neue Straße geführt.
    Video: Jens Fröhlich
    Diese wird ebenfalls bei der Brigach an das bestehende System angeschlossen. Das gelbe Rohr ist die neue Gasleitung. 
  • Verzögerungsgrund: Während der Bauarbeiten sei man immer wieder auf Versorgungsleitungen gestoßen, die nicht auf Plänen verzeichnet waren, erklärt Tobias Rau. Das sei vor allem dann problematisch gewesen, wenn diese Versorgungsleitungen auf der gleichen Höhe lagen, wie der neue Regenwasserkanal.
    Die unbekannten Leitungen mussten mühsam zurückverfolgt und teilweise verlegt werden. Ein weiteres Problem sei die gute wirtschaftliche Konjunktur im Land, was die Materialbeschaffung erschwere. Die riesigen Rohre mussten teilweise extra angefertigt werden. "Da ist man von den Lieferzeiten der wenigen Deutschen Hersteller abhängig", so Rau. An mangelnder Bautätigkeit soll es nicht gelegen haben. "Wir waren seit Beginn täglich mit drei bis vier Arbeitern vor Ort", erklärt Holzmüller, zusätzliches Maschinenpersonal und die Bauteams der Stadtwerke nicht mit eingerechnet.
    Video: Jens Fröhlich
  • Kosten: Die erneute Verzögerung soll sich nicht auf die zuletzt eingeplanten Kosten von 1,15 Millionen Euro auswirken. "Wir gehen davon aus, dass wir den Rahmen einhalten", sagt Holzmüller gegenüber dem SÜDKURIER. In Bodenproben wurde Anfang des Jahres Arsen gefunden, weshalb die Mehrkosten von rund 251 000 Euro entstanden sind.
  • So geht es weiter: Derzeit laufen Restarbeiten am System der Fahrbahnentwässerung. Hausanschlüsse werden verlegt. Am Dienstag soll die neue Gasleitung ans Netz angeschlossen werden (gelbes Rohr). 
    Die Wasserversorgung für die Waldstraße wird am Sonntag um 5 Uhr angedockt und in Betrieb genommen. Die blaue Leitung wurde neu verlegt. Diese wird an die bestehende Versorgungsleitung angeschlossen.
    Am Auslauf des Regenabflussrohres werden noch große Steine platziert, die Ausschwemmungen verhindern sollen. Mitte August werden die Arbeiten fertig sein. Zwei Wochen wird der Straßenbau dauern.
  • Schutthalde: Im Bereich zwischen der Brücke und der Kirnacher Straße wird nicht gebaut. Die Straße dort wird vom Bauteam vor allem als Schutthalde und Lagerplatz verwendet. 
    Bild: Jens Froehlich