Vor den Besuchern liegt „eine metallene Geschichtschronik“. So jedenfalls zitiert Manfred Henschel den prominenten Münzkundler Bernd Kluge zu dieser Sammelleidenschaft.

Henschel ist Vorsitzender des Briefmarken- und Münzensammler-Vereins Schwenningen. Er eröffnete die Sonderausstellung zur 1200-Jahr-Feier. Anlass ist die urkundliche Ersterwähnung von Villingen, Schwenningen und Tannheim im Jahre 817.

Es ist die vierte Ausstellung der Schwenninger Münzsammler, die in den Räumlichkeiten der Sparkasse Schwarzwald-Baar in Schwenningen stattfindet. Bis zum 9. Juni kann sie zu den gängigen Öffnungszeiten von besucht werden.

Zeitlich nicht weit von jenem, für die Doppelstadt historisch bedeutsamen Jahr 817 ist auch die älteste Münze der Sammlung entfernt. Ein Denar aus dem Jahr 843, aus der Karolinger-Zeit unter Karl dem Kahlen, bildet den Start auf der Zeitskala der ausgelegten Münzen.

Für lokal interessierte Münzliebhaber hat Henschel ein besonderes Schmankerl in der Sonderausstellung parat. Einige der frühsten in Villingen geprägten Pfennige – von um die erste Jahrtausendwende. „Villingen erhielt ja 999 das Münzrecht. Diese Pfennige stammen aus dem Jahr 1024. Zu sehen sind die zwei Türme des Münsters und vermutlich ist auch symbolisch die Brigach dargestellt. Das ist noch nicht restlos geklärt“, schwärmt Henschel über die Raritäten.

Bis auf die modernen Eurostücke sind sämtliche ausgelegte Münzen keine Gedenkmünzen, waren also tatsächlich in Gebrauch. Zu Henschels persönlichen Lieblingsstücken zählt nach wie vor der Freiburger Städtetaler von 1620. Henschel empfiehlt einen Blick auf das Ulmer Belagerungsgeld von 1704. Ihr Tafelsilber haben die Bürger seinerzeit eingeschmolzen, um die Truppen innerhalb ihrer Stadtmauern bezahlen zu können. „Wir haben hier eine Zeitreise durch 1200 Jahre Münzgeschichte, parallel zur urkundlichen Erwähnung unserer Heimat“, sagt Henschel.

Komplettiert wird die Sonderausstellung von einem Ausflug in die Geschichte der Briefmarken, darunter auch Briefe mit den ersten Kreuzermarken in Württemberg ab 1851. Der Stadtteil Schwenningen ist mit seinen Notgeldscheinen repräsentiert. Zu erwähnen sind hier städtische Ausgaben und Firmenscheine aus dem Jahr 1923.

Utensilien rund ums Thema Geld gibt es ebenfalls zu sehen. „Ins Auge sticht die historische Geldkatze“, sagt Manfred Henschel.